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Der Bundestrend: Enorme Personalexpansion

Im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen hat eine enorme Personalexpansion stattgefunden: Von 1990/91 bis 2015 ist die Anzahl aller Beschäftigten bundesweit um 78% auf insgesamt rund 642.300 gestiegen. Ein deutlicher Personalzuwachs ist insbesondere seit 2006 zu beobachten. Seitdem wurden rund 227.300 (+55%) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas eingestellt (vgl. Tab.1, Tab. 2, Tab. 3).

Ein Großteil der Beschäftigten sind pädagogische Fachkräfte und Leitungen (2015: rund 550.000) (vgl.Tab. 4a). Mit einem Personalanteil von 86% bilden sie die Kernbelegschaft in Kindertageseinrichtungen.

Die institutionelle Bildung, Betreuung und Erziehung ist damit eines der am stärksten wachsenden Arbeitsfelder sowie der personell größte Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Wesentliche Impulse gaben 1996 der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt  und 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in Kita oder Tagespflege für Kinder ab dem ersten Lebensjahr.

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Die Länder: Mehr Wachstum im Westen

In den Bundesländern verlief die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen seit Beginn der 1990er Jahre völlig verschieden. Dazu beigetragen hat die unterschiedliche Ausgangslage in West- und Ostdeutschland.

Die östlichen Länder hatten ein flächendeckendes Betreuungssystem und haben nach der Deutschen Einheit zunächst Personal abgebaut. Seit 2006 steigen die Beschäftigtenzahlen wieder. Insbesondere in Sachsen und Brandenburg gab es zwischen 2006 und 2015 ein Wachstum um 44% auf rund 35.100 bzw. 21.300 Beschäftigte. Dennoch hat sich die Anzahl der Beschäftigten in den östlichen Ländern (ohne Berlin) zwischen 1990/91 und 2015 um rund 34% auf fast 105.300 verringert (vgl.Tab. 1, Tab. 2).

In den westlichen Flächenländern sind seit 1990/91 circa 324.500 Beschäftigte (+199%) eingestellt worden, die meisten in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Den größten prozentualen Personalzuwachs zwischen 1990/91 und 2015 hatten Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (vgl. Tab. 2).

Die Entwicklung in den drei Stadtstaaten zeigt, dass sich Berlin zwischen den westlichen und östlichen Flächenländern einordnen lässt: Die Beschäftigtenzahlen sind zunächst gesunken. Zwischen 2006 und 2015 gab es in Berlin jedoch ein Personalwachstum um 63% auf 30.600, in Hamburg um 60% auf 15.500 (vgl. Tab. 2).

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