Kita-Team

Kindertageseinrichtungen unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihrer personellen Zusammensetzung. Diese hat direkten Einfluss auf den Berufsalltag und die Beschäftigungssituation der Fachkräfte. Ergänzend zu den arbeitsfeldbezogenen Analysen beobachtet das Fachkräftebarometer daher die Team- und Mitarbeiterkonstellationen in den Einrichtungen unter anderem hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Qualifikation oder Alter.

Bundestrend: Kita-Teams werden immer größer

Die Ausbaupolitik der vergangenen Dekade hat zu einem beachtlichen Größenwachstum der Einrichtungen geführt: Die durchschnittliche Anzahl der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inklusive der Leitungskräfte) ist zwischen 2007 und 2018 von 7,5 auf 11,1 gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben mittlere und große Einrichtungen mit einer Teamstärke von acht bis 14 Personen bzw. 15 Personen und mehr stark zugenommen. Dagegen ist der Anteil kleiner Teams mit bis zu sieben Fachkräften von 60% auf 35% gesunken.

Die Länder: Größere Teams auch in allen Ländern

Der Trend zu größeren Teams lässt sich in allen Ländern beobachten. Je nach Ausgangslage ist dabei seit 2007 der Anteil mittlerer oder größerer Teams stärker gestiegen. Entsprechend unterschiedlich war im Jahr 2018 die Verteilung der drei Teamtypen im Ländervergleich: Während die Anteile großer Teams zwischen 21% in Bayern und 41% im Saarland schwankten, bewegten sie sich bei den mittleren Teams zwischen 27% in Berlin und 51% Nordrhein-Westfalen. Kleine Teams hatten im Saarland einen Anteil von 15% und in Berlin von 44%.

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Weiterführende Daten zu Bund und Ländern

Kindertageseinrichtungen nach Teamgröße
Tab. 2.1: 2007 und 2018 (Anzahl; in %; Mittelwerte; Veränderung absolut und in %)

Bundestrend: Mehr qualifikationsgemischte Teams

Gemessen an den Berufsabschlüssen hat zwischen 2007 und 2018 die berufliche Heterogenität in Kindertageseinrichtungen zugenommen: Die Anteile der qualifikationseinheitlicheren Teams, d.h. der reinen Erzieher/innen-Teams und der Sozialpädagogischen Teams, in denen Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit Kinderpflegerinnen und -pflegern bzw. Sozialassistentinnen und -assistenten arbeiten, haben sich zusammen um 19 Prozentpunkte verringert. Dafür ist allein bei den akademisch erweiterte sozialpädagogische Teamkonstellationen ein Anstieg um jeweils 16 Prozentpunkte zu verzeichnen. Einfluss auf den Grad beruflicher Heterogenität in den Teams haben die Einrichtungsgröße und die Integration von Kindern mit Förderbedarf.

Die Länder: Starke Unterschiede bei der Teamqualifikation

Neben den Einrichtungsstrukturen wirken sich auch die Bestimmungen der Länder zur Personalqualifikation auf das Qualifikationsgefüge der Teams aus. Je nach Land nehmen die verschiedenen Qualifikationstypen der Teams sehr unterschiedlich große Anteile ein. So waren im Jahr 2018 die Anteile Sozialpädagogischer Teams in Bayern und im Saarland oder – dem herkömmlich ostdeutschen Muster folgend – der Erzieher/innen-Teams in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sehr hoch. Dafür gab es vor allem in Sachsen und Hamburg überdurchschnittlich viele akademisch erweiterte Teams, während in Baden-Württemberg und Berlin, mit jeweils 17%, die sonstigen gemischten Teams ihren höchsten Anteil hatten.

Bundestrend: Überwiegend ausgeglichene Alterszusammensetzung der Teams

Die Mehrheit der Teams zeichnet sich durch eine ausgewogene Altersstruktur aus: Im Jahr 2018 konnten bundesweit 70% der Belegschaften den altersgemischten Teams zugeordnet werden, weitere 8% waren mehrheitlich jüngere und 22% ältere Teams. Allerdings hat sich zwischen 2007 und 2018 der Anteil älterer Teams von 14 auf 22% erhöht, während die Anteile altersgemischter und jüngerer Teams um jeweils 4 Prozentpunkte geringfügig zurückgegangen sind.

Die Länder: Häufung älterer Teams in Ostdeutschland

Auch auf der Ebene der Länder überwiegen die Teams mit günstigem Altersgefüge. In den ostdeutschen Flächenländern waren im Jahr 2018 jedoch Altersverdichtungen zu beobachten. So häufte sich der Anteil älterer Teams an allen Belegschaften vor allem in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit bei 41 und 37%. Das erste westdeutsche Land folgt an sechster Stelle des Altersrankings: In Hessen machen ältere Teams knapp ein Viertel der Belegschaften aus (24%).

Bundestrend: Steigende Zahl geschlechtergemischter Teams

2007 bestanden 84% der Kita-Teams ausschließlich aus Frauen. 2018 lag der Anteil der Frauenteams nur noch bei 60%. Obgleich die Mehrzahl der Kindertageseinrichtungen auch weiterhin männerfreie Zonen bilden, spiegeln die Daten eine deutliche Tendenzwende hin zu geschlechtergemischteren Teams. Allerdings ist die Anzahl der Männer in den gemischten Teams nach wie vor gering. Mit einem Anteil von 23% an allen Kindertageseinrichtungen überwogen bei den gemischten Teams jene, in denen nur ein Mann tätig war.

Die Länder: Rückläufige Zahl der Frauenteams in allen Ländern

Die Zunahme geschlechtergemischter Teams zwischen 2007 und 2018 ist länderübergreifend zu beobachten. Dieser Trend ist jedoch unterschiedlich stark ausgefallen, so dass die Geschlechterstrukturen im Ländervergleich stark differieren. Gemischte Teams arbeiteten 2018 besonders häufig in den Stadtstaaten: In Hamburg betrug der Anteil dieser Teams rund 68%, in Berlin waren es zusammengenommen 61% und in Bremen 53%. Traditionelle Frauenteams prägten vor allem in Bayern (mit 70%) und in Baden-Württemberg (69%) das Geschlechterprofil der Kindertageseinrichtungen.

Bundestrend: Zu wenig Zeit für Leitung

2018 hat die Mehrzahl der Kindertageseinrichtungen eine  formal legitimierte und vom Träger mit Zeitressourcen versehene Kita-Leitung. Nur 10% der Einrichtungen verfügten nicht über ein Zeitbudget für Leitungsaufgaben. 2011 lag der Anteil dieser Einrichtungen noch fast bei einem Drittel. Im Durchschnitt standen den Kindertageseinrichtungen pro Kopf der pädagogisch leitend Tätigen zuletzt 2,1 Wochenstunden zur Verfügung.

Eine Modellrechnung hilft dabei abzuschätzen, ob diese Zeitressourcen für die Führungs- und Managementaufgaben von Kita-Leitungen ausreichen. Neben einem Sockelbetrag pro Einrichtung berücksichtigt diese personal- und kindbezogene Merkmale. So zeigt sich, dass 2018 in 60% der Einrichtungen die Zeitressourcen für die Leitungstätigkeit zu gering waren. Dabei sind überdurchschnittlich oft in kleinen Einrichtungen betroffen. Mit zunehmender Teamgröße verbessert sich die Ressourcenausstattung.

Die Länder: Erhebliche Unterschiede bei den Leitungsressourcen

Im Ländervergleich werden im Jahr 2018 große Unterschiede hinsichtlich der Ressourcenausstattung für Leitungsaufgaben ersichtlich. Besonders knapp fiel die Zeit für Leitung in den Ländern Bayern, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Brandenburg aus, in denen in 75%  und mehr der Kindertageseinrichtungen keine ausreichenden Leitungsressourcen vorhanden waren. Wesentlich auskömmlicher waren die Zeitressourcen in Hamburg, Sachsen,  Nordrhein-Westfalen und im Saarland, in denen die Anteile der Kindertageseinrichtungen mit zu geringem Zeitbudget unter 40% lagen.