Kita-Team

Kindertageseinrichtungen unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihrer personellen Zusammensetzung. Diese hat direkten Einfluss auf den Berufsalltag und die Beschäftigungssituation der Fachkräfte. Ergänzend zu den arbeitsfeldbezogenen Analysen beobachtet das Fachkräftebarometer daher die Team- und Mitarbeiterkonstellationen in den Einrichtungen unter anderem hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Qualifikation oder Alter.

Bundestrend: Kita-Teams werden immer größer

Die Ausbaupolitik der vergangenen Dekade hat zu einem beachtlichen Größenwachstum der Einrichtungen geführt: Die durchschnittliche Anzahl der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inklusive der Leitungskräfte) ist zwischen 2007 und 2016 von 7,5 auf 10,4 gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben mittlere und große Einrichtungen mit einer Teamstärke von acht bis 14 Personen bzw. 15 Personen und mehr stark zugenommen. Dagegen ist der Anteil kleiner Teams mit bis zu sieben Fachkräften von 60% auf 38% gesunken.

Die Länder: Größere Teams auch in allen Ländern

Der Trend zu größeren Teams lässt sich in allen Ländern beobachten. Je nach Ausgangslage ist dabei seit 2007 der Anteil mittlerer oder größerer Teams stärker gestiegen. Entsprechend unterschiedlich war im Jahr 2016 die Verteilung der drei Teamtypen im Ländervergleich: Während die Anteile großer Teams zwischen 16% in Bayern und 33% im Saarland schwankten, bewegten sie sich bei den mittleren Teams zwischen 25% in Berlin und 51% Nordrhein-Westfalen. Kleine Teams hatten im Saarland einen Anteil von 17% und in Berlin von 47%.

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Weiterführende Daten zu Bund und Ländern

Kindertageseinrichtungen nach Teamgröße
Tab. 2.1: 2007 und 2016 (Anzahl; in %; Mittelwerte; Veränderung absolut und in %)

Bundestrend: Mehr qualifikationsgemischte Teams

Gemessen an den Berufsabschlüssen hat zwischen 2007 und 2016 die berufliche Heterogenität in Kindertageseinrichtungen zugenommen: Die Anteile der qualifikationseinheitlicheren Teams, d.h. der reinen Erzieher-Teams und der traditionellen Teams, in denen Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit Kinderpflegerinnen und -pflegern bzw. Sozialassistentinnen und -assistenten arbeiten, haben sich zusammen um 18 Prozentpunkte verringert. Dafür sind qualifikationsgemischtere Teamkonstellationen häufiger geworden: akademisch erweiterte sozialpädagogische Teams, heilpädagogisch erweiterte sozialpädagogische Teams sowie gemischte Teams (je + 6 Prozentpunkte).
Einfluss auf den Grad beruflicher Heterogenität in den Teams haben die Einrichtungsgröße und die Integration von Kindern mit Förderbedarf.

Die Länder: Starke Unterschiede bei der Teamqualifikation

Neben den Einrichtungsstrukturen wirken sich auch die Bestimmungen der Länder zur Personalqualifikation auf das Qualifikationsgefüge der Teams aus. Je nach Land nehmen die verschiedenen Qualifikationstypen der Teams sehr unterschiedlich große Anteile ein. So waren im Jahr 2016 die Anteile traditioneller Teams in Bayern und im Saarland oder – dem herkömmlich ostdeutschen Muster folgend – der Erzieher-Teams in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit teils über 50% sehr hoch. Dafür gab es vor allem in Sachsen und Bremen überdurchschnittlich viele akademisch erweiterte Teams (32% bzw. 31%), während in Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg die gemischten Teams mit Anteilen zwischen 38% und 50% über dem Bundesdurchschnitt lagen.

Bundestrend: Überwiegend Teams mit ausgeglichener Alterszusammensetzung

Die Mehrheit der Teams zeichnet sich durch eine ausgewogene Altersstruktur aus: Im Jahr 2016 bestanden bundesweit 70% der Belegschaften aus altersgemischten Teams, weitere 8% waren mehrheitlich jüngere und 22% ältere Teams. Allerdings hat sich zwischen 2007 und 2016 der Anteil älterer Teams von 14% auf 22% erhöht, während die Anteile altersgemischter und jüngerer Teams um 5 bzw. 3 Prozentpunkte geringfügig zurückgegangen sind.

Die Länder: Häufung älterer Teams in Ostdeutschland

Auch auf der Ebene der Länder überwiegen die Teams mit günstigem Altersgefüge. In den ostdeutschen Flächenländern waren im Jahr 2016 jedoch Altersverdichtungen zu beobachten. So häufte sich der Anteil älterer Teams an allen Belegschaften vor allem in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit bei 43% und 40%. Das erste westdeutsche Land folgt an sechster Stelle des Altersrankings: In Niedersachsen machen ältere Teams knapp ein Viertel der Belegschaften aus (23%).

Bundestrend: Befristete Arbeitsplätze in mehr als der Hälfte der Teams

Im Jahr 2016 hatte mit 15% nur ein kleiner Teil der pädagogisch und leitend Tätigen einen befristeten Arbeitsvertrag. Dennoch betraf dies den Großteil der Einrichtungen: In 57% aller Kita-Teams war pädagogisches Personal (inklusive Leitungen) befristet beschäftigt. Je komplexer die Angebotsstrukturen und je größer die Teams in Kindertageseinrichtungen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass mindestens eine Person dort befristet beschäftigt ist. Während etwa in 73% der großen Kitas befristet Beschäftigte arbeiteten, war dies nur bei knapp 40% der kleinen Einrichtungen der Fall.
Gerade in den großen Teams dürfte die Befristungspraxis in den Belegschaften auf den hohen Frauenanteil im Berufsfeld und dem hiermit verbundenen Vertretungsbedarf bei familienbedingten Unterbrechungen zurückzuführen sein.

Die Länder: Große Differenzen in der Befristungspraxis

Besonders hoch war der Anteil der Kitas, in denen im Jahr 2016 mindestens ein Teammitglied befristet tätig war, in Nordrhein-Westfalen (70%), gefolgt von Rheinland-Pfalz (64%) und Bayern (61%). Demgegenüber zählten Mecklenburg-Vorpommern (62%) und Sachsen-Anhalt (56%) zu den Ländern, in denen der Anteil der Teams ohne befristetes Personal am höchsten ausfiel. Im Ländervergleich variierte der Anteil dieser Teams mit einer Differenz von mehr als 30 Prozentpunkten beträchtlich.

Bundestrend: Mehr Kindertageseinrichtungen mit ausgewiesener Leitung

Bundesweit folgten im Jahr 2016 rund 79% der Kindertageseinrichtungen einem Steuerungsmodell, bei der die Einrichtung von einer Leitungskraft geführt wird. In nur 8% der Einrichtungen gab es ein Leitungsteam. Daneben hatten 13% der Kitas keine formal legitimierte und mit Ressourcen ausgestattete Einrichtungsleitung. Im Jahr 2011 lag der Anteil dieses Leitungsmodells noch bei rund einem Drittel. Somit hat sich die Situation seitdem stark verbessert. Von dieser Entwicklung haben vor allem die kleinen Teams profitiert (2011: 46%; 2016: 23%), auch wenn sie immer noch unterdurchschnittlich mit Ressourcen ausgestattet sind.
In Kindertageseinrichtungen, die formal ausgewiesene Leitungsressourcen hatten, standen 2016 in 29% der Einrichtungen zwischen einer und zwei Leitungsstunden pro pädagogischer Fachkraft zur Verfügung. In 24% der Einrichtungen waren es zwischen zwei und drei Leitungsstunden pro Kopf. Insgesamt deuten die Daten auf eine zu geringe Ausstattung mit Leitungspersonal und damit einen zusätzlichen Bedarf hin.

Die Länder: Erhebliche Unterschiede bei der Verteilung der Leitungsressourcen

In allen Ländern war im Jahr 2016 die Ein-Personen-Leitung das häufigste Leitungsmodell. Allerdings schwankten die entsprechenden Anteile zwischen 49% in Bremen und 94% in Sachsen-Anhalt. Besonders hoch waren die Anteile von Einrichtungen mit Leitungsteam in Hamburg (29%) und Bremen (20%). Gleichzeitig gehörte Bremen, gefolgt von Berlin, Hessen und Baden-Württemberg, zu den Ländern, in denen mindestens ein Fünftel der Kitas keine Leitungsressourcen ausgewiesen hatte.
Auch die Umfänge der zur Verfügung stehenden Leitungsressourcen waren je nach Land sehr verschieden. So verfügten in Sachsen 79% der Einrichtungen über mindestens zwei Leitungsstunden pro pädagogischer Fachkraft, in Bayern und Baden-Württemberg waren es nur je 21%.