Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt Frühe Bildung zeichnet sich im Vergleich zum Gesamtarbeitsmarkt und zu verschiedenen Teilarbeitsmärkten durch mehrere Besonderheiten aus. Neben dem überdurchschnittlichen Wachstum und dem sehr hohen Frauenanteil prägen die hohe Teilzeitquote, die geringe Anzahl Beschäftigter mit Migrationshintergrund und die sehr niedrige Arbeitslosenquote das Tätigkeitsfeld Frühe Bildung. Aufgrund teils sehr kleiner Fallzahlen können die Länderdaten nur für einige wenige Merkmale dargestellt werden.

Der Bundestrend: Die Frühe Bildung ist einer der am stärksten wachsenden Teilarbeitsmärkte

Mit einem Personalwachstum von 15% zwischen 2012 und 2015 ist die Frühe Bildung einer der am stärksten wachsenden Teilarbeitsmärkte in Deutschland, was am fortgesetzten, massiven Kita-Ausbau liegt. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter auf dem gesamten Arbeitsmarkt aufgrund der günstigen Konjunktur um 4%. Damit wächst das Personal im Arbeitsfeld Frühe Bildung deutlich schneller als in anderen Berufen wie etwa Krankenpflege, Büro und Sekretariat oder auch IT-Netzwerktechnik, auch wenn die Altenpflege ebenfalls zweistellige Wachstumsraten aufwies (12%) und die „übrigen sozialen Berufe“ stark zugelegt haben (9%).

Die Länder: Besonders starker Zuwachs im Süden und im Norden

Je nach Land wächst die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in der Frühen Bildung unterschiedlich schnell – mit Wachstumsraten von 8% in Thüringen bis 20% in Baden-Württemberg zwischen 2012 und 2015. Dabei übertrifft dieses Wachstum jeweils erheblich dasjenige auf dem Arbeitsmarkt insgesamt. Etwas geringer fällt die Zunahme der Beschäftigten in den ostdeutschen Ländern aus. Sie verfügen traditionell bereits über ein besser ausgebautes Betreuungsangebot als die westdeutschen Länder.

Der Bundestrend: Arbeitslosenzahl sinkt kontinuierlich

Im Zuge von Kita-Ausbau und Personalwachstum sinkt die Anzahl der Arbeitslosen in der Frühen Bildung und erreichte 2017 einen Tiefststand von 9.757 Personen. Damit ist ihre Zahl seit 2012 um 14% zurückgegangen. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote für die Frühe Bildung war daher 2017 ebenfalls sehr niedrig und lag bei 1,6% (2012: 2,0%).

Die Länder: Arbeitslosenquote in allen Ländern unter 3%

In den Ländern verlief die Entwicklung zwischen 2012 und 2017 uneinheitlich: Mehrheitlich sank die Anzahl arbeitsloser Personen in der Frühen Bildung, nur in drei Ländern stieg sie, so im Saarland, in Baden-Württemberg und in Hessen. Dennoch war die berufsspezifische Arbeitslosenquote in allen Ländern mit Werten zwischen 1,0 und 2,9% im Jahr 2015 sehr niedrig. Schwankungen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass bei den niedrigen Fallzahlen bereits verhältnismäßig kleine Sprünge starke prozentuale Anteile ausmachen.

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Methodischer Hinweis zu Web-Abb. 4.1–4.3 als PDF zum Download


Weiterführende Daten zu Bund und Ländern

Arbeitslos gemeldete Personen in der Frühen Bildung
Tab. 4.2: 2012 bis 2017 (Anzahl, Veränderung in %)

Berufsspezifische Arbeitslosenquote in der Frühen Bildung
Tab. 4.3: 2012 bis 2015 (in %, Veränderung in %-Punkten)

Der Bundestrend: Löhne steigen geringfügig stärker als auf dem Gesamtarbeitsmarkt

Mit einem Plus von 8% stieg das Bruttomonatsentgelt in der Frühen Bildung zwischen 2012 und 2015 etwas stärker als die Löhne auf dem Arbeitsmarkt insgesamt. Der Abstand zwischen dem Lohnniveau in der Frühen Bildung und den Löhnen aller Beschäftigten hat sich damit etwas verringert. Dennoch wurden die Beschäftigten in der Frühen Bildung 2015 mit einem Median-Gehalt von 3.037 € bei einer Vollzeitbeschäftigung knapp 50 € schlechter entlohnt als die Beschäftigten insgesamt.

Die Länder: Lohnniveau im Osten weiterhin niedriger als im Westen

Im Ländervergleich zeigt sich beim Gehalt ein deutliches Ost-West-Gefälle: Das niedrigste Median-Gehalt in der Frühen Bildung lag mit 2.460 € in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 700 Euro unter dem höchsten in Rheinland-Pfalz (3.172 €) im Jahr 2015. Maßgeblich hierfür ist in erster Linie das generell niedrigere Lohnniveau in den ostdeutschen Ländern. Weitere Faktoren wie das Ausbildungsniveau spielen eine geringere Rolle.

Vergleicht man das Gehalt in der Frühen Bildung mit dem allgemeinen Lohnniveau im Land, fällt das Ergebnis in Ost- und Westdeutschland gegensätzlich aus: Im Osten liegen die Gehälter des Berufsfelds durchweg über den durchschnittlichen Löhnen des jeweiligen Lands, während in fast allen westlichen Ländern das Gegenteil der Fall ist. Demnach zählen die Beschäftigten dort – trotz ihrer insgesamt höheren Löhne – zu einer schlechter bezahlten Berufsgruppe, in Ostdeutschland dagegen zu einer besser bezahlten.

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Weiterführende Daten zu Bund und Ländern

Bruttomonatsentgelte der Vollzeitbeschäftigten in der Frühen Bildung und insgesamt
Tab. 4.4: 2012 bis 2015 (Median, Veränderung in %)