Ausbildung

Das Ausbildungssystem der Frühen Bildung ist in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden. 2017/18 nahmen beispielsweise 83% mehr Personen eine Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher auf als noch 2007/08. Nach wie vor ist die fachschulische Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher das zentrale Qualifikationsprofil für das Arbeitsfeld Kita. Für eine Tätigkeit in diesem Bereich bilden daneben auch berufsfachschulische Ausbildungen (Kinderpflege und Sozialassistenz) sowie einschlägige Studiengänge an Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Universitäten aus, darunter Früh- bzw. Kindheitspädagogik. Auch hier sind die Zahlen der Anfängerinnen und Anfänger insgesamt deutlich gestiegen.

Bundestrend: Mehr Personen beginnen eine Ausbildung

In Deutschland haben im Schuljahr 2017/18 über 29.000 Personen eine Kinderpflege- oder Sozialassistenzausbildung begonnen –  2007/08 waren es mit ca. 23.300 deutlich weniger. Kinderpflege- und Sozialassistenzkräfte sind im Arbeitsfeld tätig. Beide Ausbildungen sind zudem in einigen Ländern als Vorstufe zur Erzieherinnenausbildung konzipiert. Manche Länder setzen auf die Kinderpflegeausbildung, andere bieten die Sozialassistenzausbildung oder beide Ausbildungen an. Insgesamt begannen im Schuljahr 2017/18 etwas weniger Personen eine Kinderpflegeausbildung als noch 2007/08 (-4%). Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer Sozialassistenzausbildung ist hingegen von 13.000 im Jahr 2007/08 auf rund 19.000 im Jahr 2017/18 angestiegen. Der erhebliche Anstieg, der 2015/16 bis 2016/17 zu beobachten war, ist dabei überwiegend auf die Umgestaltung des Bildungsgangs in Nordrhein-Westfalen zurückzuführen.

Die Länder: Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern

In den bevölkerungsreichen Ländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern gab es die meisten Anfängerinnen und Anfänger einer Sozialassistenz- oder Kinderpflegeausbildung. Hinter dem geringen bundesweiten Rückgang der Anfängerinnen- und Anfängerzahlen in der Kinderpflegeausbildung verbergen sich stark gegenläufige Entwicklungen in den acht Ländern, in denen diese Ausbildung angeboten wird. So sind die Zahlen in Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland gestiegen, in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jedoch gesunken. Die Sozialassistenzausbildung verzeichnet in den meisten Ländern mit einer solchen Ausbildung einen Zuwachs an Anfängerinnen und Anfängern. Nur in zwei Ländern – Sachsen und Brandenburg– sind die Zahlen nach wie vor rückläufig.

Bundestrend: Nach leichtem Rückgang erneute Wachstumsdynamik

Im Schuljahr 2017/18 haben bundesweit 38.274 Personen eine Erzieherinnen- und Erzieherausbildung begonnen – das entspricht einem Plus von über 80% gegenüber 2007/08. Die hohe Wachstumsdynamik dieses Ausbildungssektors, die sich bis zum Schuljahr 2013/14 zeigte, ist zwar zuletzt nicht mehr erreicht worden. Allerdings haben sich die Zahlen im weiteren Zeitverlauf wieder stabilisiert und es ist aktuell wieder ein Anstieg zu verzeichnen.

Die Länder: Starkes Plus im Osten

In allen Ländern haben im Schuljahr 2017/18 mehr Personen eine Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher begonnen als noch zehn Jahre zuvor. Dabei ist der Anstieg in den meisten östlichen Ländern höher als in den westlichen Ländern ausgefallen. In Sachsen-Anhalt und in Berlin sind mit einem Plus von 203% und 175% zwischen 2007/08 und 2017/18 anteilig die meisten Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr hinzugekommen. Aber auch in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz ist ein äußerst starkes Wachstum zu beobachten.

Bundestrend: Ausbau des Studienangebots und moderates Wachstum bei den Anfängerzahlen

Das Angebot der Bachelor-Studiengänge im früh- und kindheitspädagogischen Bereich ist deutschlandweit insgesamt von 29 Studiengängen im Jahr 2007 auf 72 im Jahr 2017 angestiegen. Im Jahr 2017 haben 3.481 Personen ein früh- bzw. kindheitspädagogisches Bachelor-Studium begonnen. Nach Einführung der Studiengänge im Jahr 2004 ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger zunächst stark gestiegen. Seit 2013 ist dieser Trend gebremst. 2016 gab es sogar erstmals im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang bei den Anfängerzahlen (-1%). Seit 2017 ist eine erneut zunehmende Tendenz sichtbar.

Die Länder: Die meisten studieren in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Auf Länderebene fingen 2017 in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit je knapp 800 Studierenden mit Abstand die meisten Personen ein Bachelor-Studium der Früh- bzw. Kindheitspädagogik an. In diesen Ländern werden auch die meisten Studiengänge angeboten. Aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Berlin und Bayern lagen die Studienanfängerzahlen 2017 vergleichsweise hoch.

Grafik als PDF zum Download

Weiterführende Daten zu Bund und Ländern

Früh- bzw. kindheitspädagogische Bachelor-Studiengänge 
Tab. 5.10: 2004 bis 2017 (Anzahl)

Hochschulstandorte mit früh- bzw. kindheitspädagogischen Bachelor-Studiengängen 
Tab. 5.11: 2004 bis 2017 (Anzahl)
Tab. 5.12: nach Trägerschaft 2010 und 2017 (Anzahl; in %)