Ausbildung

Das Ausbildungssystem der Frühen Bildung ist in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden. Dies gilt insbesondere für die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung. So nahmen zum Schuljahr 2019/20 insgesamt über 41.000 Personen und damit fast doppelt so viele wie noch 2007/08 eine Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher auf. Nach wie vor ist diese an den Fachschulen verortete Ausbildung das zentrale Qualifikationsprofil für das Arbeitsfeld Kita. Daneben wird auch in berufsfachschulischen Ausbildungsgängen (Kinderpflege und Sozialassistenz) sowie in einschlägigen Studiengängen an Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Universitäten pädagogisches Fachpersonal für eine Tätigkeit in diesem Bereich ausgebildet. Zu nennen sind hier vor allem die Studiengänge der Früh- bzw. Kindheitspädagogik, die nach einer längeren Phase des Ausbaus seit einigen Jahren jedoch nur noch einen geringen Zuwachs an Anfängerinnen und Anfängern zu verzeichnen haben.

Bundestrend: Mehr Personen beginnen eine Ausbildung

In Deutschland haben im Schuljahr 2019/20 über 31.000 Personen eine Kinderpflege- oder Sozialassistenzausbildung begonnen – 2007/08 waren es mit ca. 23.300 deutlich weniger. Manche Länder setzen auf die Kinderpflegeausbildung, andere bieten die Sozialassistenzausbildung oder beide Ausbildungsgänge an. Insgesamt begannen im Schuljahr 2019/20 mit 10.059 Personen etwa genauso viele eine Kinderpflegeausbildung wie schon 2007/08 (10.037). Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer Sozialassistenzausbildung ist hingegen von 13.000 im Jahr 2007/08 auf mehr als 21.000 im Jahr 2019/20 angestiegen. Die berufsfachschulischen Ausbildungen sind in einigen Ländern als Vorstufe zur Erzieherinnenausbildung konzipiert. Kinderpflege- und Sozialassistenzkräfte sind aber auch im Arbeitsfeld tätig.

Die Länder: Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern

In den bevölkerungsreichen Ländern Nordrhein-Westfalen und Bayern gab es 2019/20 mit Abstand die meisten Anfängerinnen und Anfänger einer Kinderpflegeausbildung. Hinter der bundesweiten Stagnation der Anfängerinnen- und Anfängerzahlen in der Kinderpflegeausbildung gegenüber 2007/08 verbergen sich teils gegenläufige Entwicklungen in den acht Ländern, in denen diese Ausbildung angeboten wird. So sind die Zahlen in Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland gestiegen, in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, wo die Ausbildung erst 2019/20 wieder eingeführt wurde, jedoch gesunken. Die Sozialassistenzausbildung verzeichnet hingegen in fast allen Ländern mit einer solchen Ausbildung seit 2007/08 einen merklichen Zuwachs an Anfängerinnen und Anfängern. Nur in Brandenburg liegt ihre Zahl 2019/20 niedriger als 12 Jahre zuvor. In Niedersachsen lagen die Anfängerinnen- und Anfängerzahlen in der Sozialassistenz 2019/20 im Ländervergleich am höchsten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Bundestrend: Weiter steigende Zahl an Anfängerinnen und Anfänger der Ausbildung

Im Schuljahr 2019/20 haben bundesweit 41.483 Personen eine Erzieherinnen- und Erzieherausbildung begonnen – das entspricht einem Plus von rund 98% gegenüber 2007/08. Die hohe Wachstumsdynamik dieses Ausbildungssektors, die sich bis zum Schuljahr 2013/14 zeigte, ist zwar zuletzt nicht mehr erreicht worden. Dennoch ist der Aufwärtstrend der Anfängerinnen- und Anfängerzahlen mit Ausnahme eines leichten einmaligen Rückgangs im Schuljahr 2014/15 ungebrochen. Dazu beigetragen haben vermutlich auch die verschiedenen Formate, in denen die Ausbildung inzwischen angeboten wird.

Die Länder: Starkes Plus im Osten

In allen Ländern haben im Schuljahr 2019/20 mehr Personen eine Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher begonnen als noch zwölf Jahre zuvor. Dabei ist der Anstieg in den meisten östlichen Ländern höher als in den westlichen Ländern ausgefallen. In Sachsen-Anhalt und Sachsen sind mit einem Plus von 222% und 208% zwischen 2007/08 und 2019/20 anteilig die meisten Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr hinzugekommen. Aber auch in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und im Saarland hat sich die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger der Ausbildung seit 2007/08 mehr als verdoppelt.

 

Bundestrend: Ausbau des Studienangebots und moderates Wachstum bei den Anfängerzahlen

Das Angebot der Bachelor-Studiengänge der Früh- bzw. Kindheitspädagogik ist deutschlandweit von 29 Studiengängen im Jahr 2007 auf 76 im Jahr 2019 angestiegen. Im Jahr 2019 haben 3.518 Personen ein früh- bzw. kindheitspädagogisches Bachelor-Studium begonnen. Nach Einführung der Studiengänge im Jahr 2004 ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger zunächst stark gestiegen. Seit 2013 ist dieser Trend gebremst und ihre Zahl ist nur noch leicht gewachsen. Inzwischen bestehen außerdem 14 früh- bzw. kindheitspädagogische Master-Studiengänge, die 2019 von 374 Personen begonnen wurden.

Die Länder: Die meisten Studiengänge wurden in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

Seit 2011 gibt es in allen Bundesländern die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium der Früh- bzw. Kindheitspädagogik aufzunehmen. In Baden-Württemberg (12) und Nordrhein-Westfalen (18) wurden die meisten früh- bzw. kindheitspädagogischen Bachelor-Studiengänge eingerichtet. Dort ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger entsprechend am größten. In den anderen Ländern gibt es zwischen einem und sechs Bachelor-Studiengängen.