Kinderpflege und Sozialassistenz

Bundestrend: Ausbau bei der Kinderpflege und Sozialassistenz 

In Deutschland haben im Schuljahr 2024/25 über 34.000 Personen eine Kinderpflege- oder Sozialassistenzausbildung begonnen – ein neuer Höchststand. 2007/08 waren es erst knapp 23.000, 2015/16 bereits knapp 30.000. Manche Länder setzen auf die Kinderpflegeausbildung, andere bieten die Sozialassistenzausbildung oder beide Ausbildungsgänge an. Die berufsfachschulischen Ausbildungen sind teilweise als Vorstufe zur Erzieher:innenausbildung konzipiert. Kinderpflege- und Sozialassistenzkräfte sind aber auch im Arbeitsfeld tätig.

Insgesamt begannen im Schuljahr 2024/25 mit 11.395 Personen 16% mehr eine Kinderpflegeausbildung als 2015/16 (9.809). Die Zahl der Anfänger:innen einer Sozialassistenzausbildung ist von 19.363 im Jahr 2015/16 auf 23.071 im Jahr 2024/25 angestiegen, was einem Plus von 19% entspricht.

Die Länder: Trend geht zur Sozialassistenzausbildung

Bei den Anfänger:innenzahlen in der Kinderpflege- und Sozialassistenzausbildung zeigen sich auf Länderebene teils gegenläufige Entwicklungen. Die Kinderpflegeausbildung wird derzeit noch in sieben Ländern angeboten. In allen Ländern sind die Zahlen 2024/25 im Vergleich zu 2015/16 gestiegen, besonders deutlich in Mecklenburg-Vorpommern (+57%), dem Saarland (+54%) und Nordrhein-Westfalen (+40%). In Baden-Württemberg wurde die Kinderpflegeausbildung im Jahr 2022/23 ganz durch die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz ersetzt. Die mit Abstand meisten Anfänger:innen einer Kinderpflegeausbildung gab es 2024/25 in Nordrhein-Westfalen (5.621) und in Bayern (3.722). In beiden Ländern gibt es inzwischen auch eine praxisintegrierte, vergütete Ausbildungsvariante.

Die Sozialassistenzausbildung wird inzwischen in 14 der 16 Länder angeboten (neu in Baden-Württemberg). Sie hat in einigen Ländern seit 2015/16 einen merklichen Zuwachs an Anfänger:innen zu verzeichnen, vor allem in Bremen (+77%), Berlin (+59%), Hamburg (+42%), Schleswig-Holstein (+29%) und Sachsen-Anhalt (+25%). Deutliche Rückgänge gab es hingegen in Thüringen (-33%) und Nordrhein-Westfalen (-15%). In den anderen Ländern liegt ihre Zahl 2024/25 ungefähr gleich hoch wie vor 10 Jahren. In Niedersachsen haben 2024/25 im Ländervergleich insgesamt am meisten Personen eine Sozialassistenzausbildung begonnen (3.579), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (2.583) und Baden-Württemberg (2.528), wo die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz erst vor kurzem eingeführt wurde.

Schüler:innen im ersten Jahr der Kinderpflegeausbildung in den Schuljahren 2015/16 und 2024/25 (Anzahl; Veränderung in %)

MV: Zum Schuljahr 2023/24 bieten noch zwei Berufsfachschulen in freier Trägerschaft den Bildungsgang Kinderpflege an.
HB: Seit dem Schuljahr 2019/20 wird die Kinderpflegeausbildung wieder angeboten.
BW: Die Kinderpflegeausbildung wird ab dem Schuljahr 2022/23 nicht mehr angeboten. Sie wurde durch die Ausbildung zum:r Sozialpädagogischen Assistent:in ersetzt.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 2, Jg. 2015/16 und Statistischer Bericht - Berufliche Schulen und Schulen des Gesundheitswesens, Jg. 2024/25 sowie ergänzende Tabellen; Statistische Landesämter: WiFF-Länderabfrage, verschiedene Jahrgänge

Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Sozialassistenzausbildung in den Schuljahren 2015/16 und 2024/25 (Anzahl; Veränderung in %)

In BW, HB, HH, NI, SH und BE lautet die Berufsbezeichnung (auch) „Sozialpädagogische Assistenz“.
NW: Ab dem Schuljahr 2015/16 wurde die Ausbildung zu:r Sozialhelfer:in in die Ausbildung zum:r Sozialassistent:in umgeändert und berücksichtigt.
BE: Der Bildungsgang Sozialpädagogische Asssistenz wird als Modellversuch seit dem Schuljahr 2019/20 angeboten.
BW: Der Bildungsgang Sozialpädagogische Assistenz wird seit dem Schuljahr 2020/21 angeboten.
HB: Ab dem Schuljahr 2019/20 werden auch die Schüler:innen im 1. Jahr der Ausbildung zur:m Sozialassistentin:en an zwei privaten, staatlich anerkannten Ergänzungsschulen berücksichtigt.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 2, Jg. 2015/16 und Statistischer Bericht - Berufliche Schulen und Schulen des Gesundheitswesens, Jg. 2024/15 sowie ergänzende Tabellen; Statistische Landesämter: WiFF-Länderabfrage, verschiedene Jahrgänge

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