Entwicklung
Der Bundestrend: Vom Expansionskurs zur Konsolidierungsphase?
Zwischen 2015 und 2025 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Frühen Bildung bundesweit deutlich gewachsen – insgesamt um 40%. Damit hat sich das Arbeitsfeld länderübergreifend zu einem zentralen Jobmotor und Wachstumstreiber des deutschen Arbeitsmarkts entwickelt. Der anhaltende Ausbau der Kindertagesbetreuung sowie der steigende Betreuungsbedarf haben die Nachfrage nach Fachkräften über Jahre hinweg stark erhöht. Seit einigen Jahren zeichnet sich jedoch eine Veränderung dieser Entwicklung ab. Aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen verliert die Expansion in einigen Ländern zunehmend an Dynamik. Die langjährige Expansionsphase der Frühen Bildung dürfte daher nicht in gleicher Intensität fortgeschrieben werden.
Die Länder: Rückgänge im Osten und gebremstes Wachstum im Westen
Die veränderte Dynamik zeigt sich besonders deutlich auf Länderebene. Insbesondere in Ostdeutschland – wo die Geburtenzahlen stärker zurückgegangen sind – sind bereits Beschäftigungsrückgänge zu beobachten. In Sachsen-Anhalt sank das Personalvolumen zwischen 2024 und 2025 um 0,6 %, in Sachsen sogar um 1,9 %. In anderen Bundesländern ist das Wachstum nur noch minimal: In Berlin betrug der Zuwachs zuletzt lediglich 0,3 %, in Bremen 0,2 % und in Thüringen 0,1 %. Zum Vergleich: Mitte und Ende der 2010er Jahre lagen die jährlichen Wachstumsraten in einzelnen Bundesländern noch bei bis zu 7 %. Während in ostdeutschen Bundesländern bereits Rückgänge zu verzeichnen sind, zeigen sich mit den stark verlangsamten Wachstumsraten in Ländern wie Berlin und Bremen inzwischen auch in Westdeutschland deutliche Abschwächungstendenzen.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Frühen Bildung nach Ländern 2015 und 2025 (Veränderung in %)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Beschäftigungsstatistik; eigene Berechnungen