Kita-Team

Kindertageseinrichtungen unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihrer personellen Zusammensetzung. Diese hat direkten Einfluss auf den Berufsalltag und die Beschäftigungssituation der Fachkräfte. Ergänzend zu den arbeitsfeldbezogenen Analysen beobachtet das Fachkräftebarometer daher die Team- und Mitarbeiterkonstellationen in den Einrichtungen unter anderem hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Qualifikation oder Alter.

Bundestrend: Kita-Teams werden immer größer

60% der Kita-Teams bestanden 2007 aus kleinen Kitas mit bis zu sieben Fachkräften, 2020 waren es nur noch 31%. Dafür haben die mittleren und großen Einrichtungen mit einer Teamstärke von acht bis 14 Personen sowie 15 Personen und mehr stark zugenommen. Die durchschnittliche Anzahl der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inklusive der Leitungskräfte) ist im gleichen Zeitraum von 7,5 auf 11,7 gestiegen. Die Ausbaupolitik der vergangenen Dekade hat somit zu einem beachtlichen Größenwachstum der Einrichtungen geführt.

 

Die Länder: Größenwachstum auch in allen Ländern

Der Rückgang der kleinen Teams ist in allen Ländern zu beobachten. Überdurchschnittlich stark ist diese Entwicklung im Saarland, Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen ausgefallen. Je nach Ausgangslage in den Ländern haben die mittleren oder die größeren Teams vom Größenwachstum profitiert. Dementsprechend unterschiedlich stellte sich im Jahr 2020 auch die Verteilung der drei Teamtypen im Ländervergleich dar: Während die Anteile der kleinen Teams zwischen 14% im Saarland und 40% in Berlin schwankten, bewegten sie sich bei den mittleren Teams zwischen 27% in Bremen und 50% Nordrhein-Westfalen. Große Teams hatten in Baden-Württemberg einen Anteil von 23% an allen Kindertageseinrichtungen und im Saarland und Hamburg von 43%.

Bundestrend: Mehr qualifikationsgemischtere Teams

Gemessen an den Berufsabschlüssen hat zwischen 2007 und 2020 die berufliche Heterogenität in Kindertageseinrichtungen zugenommen: Die Anteile der qualifikationseinheitlicheren Teams, d. h. der reinen Erzieher-Teams und der traditionellen Teams, in denen Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit Kinderpflegerinnen und -pflegern bzw. Sozialassistentinnen und -assistenten arbeiten, haben sich zusammen um 23 Prozentpunkte verringert. Dafür ist allein bei den akademischen sozialpädagogischen Teamkonstellationen ein Anstieg um 18 Prozentpunkte zu verzeichnen.

Einfluss auf den Grad beruflicher Heterogenität in den Teams haben die Einrichtungsgröße und die Integration von Kindern mit Förderbedarf. Einen anderen Blick auf die Diversität in der Personalzusammensetzung bietet die Auswertung nach Ausbildungsniveau (Tab. 2.3; M 2.2).

 

Die Länder:

Neben den Einrichtungsstrukturen wirken sich auch die Bestimmungen der Länder zur Personalqualifikation auf das Qualifikationsgefüge in den Teams aus. Die Anteile der verschiedenen Qualifikationstypen von Teams variieren in den einzelnen Ländern sehr stark. So waren etwa im Jahr 2020 die Anteile der traditionellen Teams in Bayern und im Saarland oder – dem herkömmlich ostdeutschen Muster folgend – der Erzieher-Teams in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sehr hoch. Dafür gab es vor allem in Sachsen überdurchschnittlich viele akademisch erweiterte Teams, während Berlin und Hamburg mit knapp über 20%, die gemischten Teams ihren höchsten Anteil hatten.

 

Bundestrend: Überwiegend ausgeglichene Alterszusammensetzung der Teams

Im Jahr 2020 konnten bundesweit 72% der Belegschaften den altersgemischten Teams zugeordnet werden, weitere 7% waren mehrheitlich jüngere und 21% ältere Teams. Die Mehrheit der Teams zeichnet sich somit durch eine ausgewogene Altersstruktur aus. Zwischen 2007 und 2020 hat sich jedoch der Anteil der älteren Teams von 14 auf 21% erhöht, während die Anteile der altersgemischten und jüngeren Teams um jeweils 2 Prozentpunkte geringfügig zurückgegangen sind.

Die Länder: Häufung älterer Teams in Ostdeutschland

Auch auf der Ebene der Länder überwiegen die Teams mit einem gemischten Altersgefüge. In den ostdeutschen Flächenländern waren im Jahr 2020 jedoch Altersverdichtungen zu beobachten. So häufte sich der Anteil älterer Teams an allen Belegschaften vor allem in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit  37% und 33%. Die ersten westdeutschen Länder mit derartigen Teamstrukturen sind Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen (22%) ab der siebten Stelle des Altersrankings.

 

Bundestrend: Steigende Zahl geschlechtergemischter Teams

2007 bestanden 84% der Kita-Teams ausschließlich aus Frauen, 2020 lag der Anteil der Frauenteams nur noch bei 55%. Obgleich die Mehrzahl der Kindertageseinrichtungen auch weiterhin männerfreie Zonen bilden, spiegeln die Daten eine deutliche Tendenzwende hin zu geschlechtergemischteren Teams. Allerdings ist die Anzahl der Männer in den gemischten Teams nach wie vor gering. Mit einem Anteil von 26% an allen Kindertageseinrichtungen überwogen bei den gemischten Teams jene, in denen nur ein Mann tätig war.

 

Die Länder: Rückläufige Zahl der Frauenteams in allen Ländern

Die Zunahme geschlechtergemischter Teams zwischen 2007 und 2020 ist länderübergreifend zu beobachten. Dieser Trend ist jedoch unterschiedlich stark ausgefallen, sodass die Geschlechterstrukturen im Ländervergleich stark differieren. Gemischte Teams arbeiteten 2020 besonders häufig in den Stadtstaaten: In Hamburg betrug der Anteil dieser Teams rund 74% (25% bildeten pädagogische Teams mit einem Mann und weitere 49% arbeiteten sogar mit zwei und mehr Männern), in Berlin waren es zusammengenommen 68% und in Bremen 60%. Traditionelle Frauenteams prägten vor allem in Bayern (mit 65%) und in Baden-Württemberg (62%) das Genderprofil der Kindertageseinrichtungen.

Bundestrend: In 60% der Kindertageseinrichtungen zu wenig Zeit für Leitung verfügbar

2020 hat die Mehrzahl der Kindertageseinrichtungen eine formal legitimierte und vom Träger mit Zeitressourcen versehene Kita-Leitung. Nur 9% der Einrichtungen verfügten nicht über ein Zeitbudget für Leitungsaufgaben. 2011 lag der Anteil dieser Einrichtungen noch fast bei einem Drittel. Im Durchschnitt standen den Kindertageseinrichtungen pro Kopf der pädagogisch leitend Tätigen zuletzt 2,1 Wochenstunden zur Verfügung.

Um abzuschätzen, ob die Zeitressourcen dem Bedarf entsprechen, wurde eine Modellrechnung durchgeführt, in der neben einem Einrichtungssockelbetrag personal- und kindbezogene Merkmale der einzelnen Kindertageseinrichtungen berücksichtigt wurden. Auf dieser Grundlage zeigte sich, dass in 59% der Einrichtungen die Zeitressourcen für die Leitungstätigkeit nicht ausreichten. Es waren überdurchschnittlich oft kleine Einrichtungen, in denen zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben zur Verfügung stand. Mit zunehmender Teamgröße verbesserte sich demgegenüber die Ressourcenausstattung.
 

Die Länder: Starke Schwankungen bei der Ausstattung der Kitas mit Leitungsressourcen

Im Ländervergleich werden im Jahr 2020 große Unterschiede hinsichtlich der Ressourcenausstattung für Leitungsaufgaben ersichtlich. Besonders knapp fiel die Zeit für Leitung in den Ländern Bayern, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern aus, in denen in 72% und mehr der Kindertageseinrichtungen keine ausreichenden Leitungsressourcen vorhanden waren. Wesentlich auskömmlicher waren die Zeitressourcen in Hamburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland, in denen die Anteile der Kindertageseinrichtungen mit zu geringem Zeitbudget unter 40% lagen.