Einrichtungen
Bund: Größere Bedeutung der Schulkindbetreuung in Ostdeutschland
Ganztägige Angebote der Bildung, Erziehung und Betreuung von Schulkindern finden in Deutschland nicht nur in Ganztagsschulen, sondern auch in Kindertageseinrichtungen statt: Im Jahr 2024 betreuten 7% der insgesamt 60.662 Kitas ausschließlich Schulkinder (Horte), 8% der Einrichtungen wurden von Schulkindern und Kinder, die noch nicht zur Schule gingen, besucht. Dabei fällt ein deutlicher Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland ins Auge, der verschiedenen Traditionen und Ausbaustrategien geschuldet ist: Während mehr als ein Viertel der Kindertageseinrichtungen in Ostdeutschland (27%) Schulkinder betreut, trifft dies nur für 12% der Einrichtungen in Westdeutschland zu. Besonders groß sind die Unterschiede bei den Horten: Ihr Anteil ist im Osten mit 14% fast dreimal so hoch wie im Westen (5%).
Die Länder: Heterogene Ganztagslandschaft
In den ostdeutschen Flächenländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt betreuen etwa vier von zehn Kindertageseinrichtungen Schulkinder, in Mecklenburg-Vorpommern fällt der Anteil mit 47% aller Einrichtungen noch höher aus.
Im Westen hingegen ist er wesentlich geringer. Allerdings zeigen sich hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: In Bayern werden in etwa jeder fünften Einrichtung Schulkinder betreut, in Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz nur in einer von zehn Einrichtungen. Schleswig-Holstein (15%), Bremen (14%) und Hessen (13%) liegen dazwischen. In Nordrhein-Westfalen, einem Bundesland, das den Fokus auf den Ausbau ganztägiger Angebote an Schulen gesetzt hat, liegt der entsprechende Anteil hingegen bei nur 1%, in Hamburg bei 2%.
Kindertageseinrichtungen nach Einrichtungsart und Ländern 2024 (Anzahl; in %)
Quelle: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2024; eigene Berechnungen; DOI: 10.21242/22541.2024.00.00.1.1.0