Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt Frühe Bildung zeichnet sich im Vergleich zum Gesamtarbeitsmarkt und zu verschiedenen Teilarbeitsmärkten durch mehrere Besonderheiten aus. Neben dem überdurchschnittlichen Wachstum und dem sehr hohen Frauenanteil prägen die hohe Teilzeitquote, die geringe Anzahl Beschäftigter mit Migrationshintergrund und die sehr niedrige Arbeitslosenquote das Tätigkeitsfeld Frühe Bildung. Aufgrund teils sehr kleiner Fallzahlen können die Länderdaten nur für einige wenige Merkmale dargestellt werden.

Der Bundestrend: Die Frühe Bildung ist einer der am stärksten wachsenden Teilarbeitsmärkte

Mit einem Personalwachstum von 37% zwischen 2012 und 2020 ist die Frühe Bildung einer der am stärksten wachsenden Teilarbeitsmärkte in Deutschland, was am fortgesetzten massiven Kitaausbau liegt.

Je nach Land ist die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in der Frühen Bildung unterschiedlich schnell gestiegen – mit Wachstumsraten von 23% in Thüringen, bis zu 52% in Hamburg und 48% in Baden-Württemberg. Dabei übertrifft dieses Wachstum jeweils erheblich dasjenige auf dem Arbeitsmarkt insgesamt. Etwas geringer fällt die Zunahme der Beschäftigten in den ostdeutschen Ländern aus. Sie verfügen jedoch traditionell bereits über ein besser ausgebautes Betreuungsangebot als die westdeutschen Länder.

Der Bundestrend: Die Zahl der Arbeitslosen in der Frühen Bildung sinkt kontinuierlich

Im Zuge von Kitaausbau und Personalwachstum ist die Anzahl der Arbeitslosen in der Frühen Bildung zwischen 2012 und 2019 kontinuierlich gesunken. Hieraus resultierend erreichte die berufsspezifische Arbeitslosenquote im Jahr 2019 mit rund 1,1% einen so niedrigen Wert, dass von einer Vollbeschäftigung in diesem Arbeitsfeld gesprochen werden konnte. Im Jahr 2020 haben die Auswirkungen der Corona-Krise die Arbeitslosenzahlen in diesem Teilarbeitsmarkt jedoch seit langem erstmals wieder steigen lassen.

Die Länder: In allen Bundesländern ist die Zahl der Arbeitslosen zwischen 2019 und 2020 Corona-bedingt angestiegen

Zwischen 2019 und 2020 zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich in den steigenden Arbeitslosenzahlen in der Frühen Bildung. Am stärksten ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Berufsfeld in Niedersachsen gestiegen (+75%). Dahingegen fiel die prozentuale Zunahme in Niedersachsen (+18%) vergleichsweise gering aus. Trotz der Corona-bedingten Anstiege bleibt Arbeitslosigkeit in der Frühen Bildung weiterhin eher ein Randphänomen.

Der Bundestrend: Löhne steigen geringfügig stärker als auf dem Gesamtarbeitsmarkt

Mit einem Plus von 22% nimmt das Bruttomonatsentgelt in der Frühen Bildung zwischen 2012 und 2019 merklich stärker zu als die Löhne auf dem Arbeitsmarkt insgesamt. Aufgrund dieser Zunahme übersteigt das Lohnniveau in der Frühen Bildung inzwischen sogar geringfügig die Löhne aller Beschäftigten. So beziehen die Beschäftigten in der Frühen Bildung 2019 mit einem Median-Gehalt von 3.428€ bei einer Vollzeitbeschäftigung durchschnittlich ein um 27€ höheres Bruttomonatsgehalt als die Beschäftigten insgesamt.

Die Länder: Lohnniveau im Osten weiterhin niedriger als im Westen

Im Ländervergleich zeigt sich beim Gehalt ein deutliches Ost-West-Gefälle: Das niedrigste Median-Gehalt in der Frühen Bildung lag mit 2.847€ in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 700€ unter dem höchsten in Rheinland-Pfalz (3.570€) im Jahr 2019. Maßgeblich hierfür ist in erster Linie das generell niedrigere Lohnniveau in den ostdeutschen Ländern. Weitere Faktoren wie das Ausbildungsniveau spielen eine geringere Rolle.