Zahl des Monats

In dieser Rubrik wird jeden Monat eine Zahl vorgestellt, die die Daten des Fachkräftebaromters aufgreift und fortschreibt.

November 2020

Zahl der Kita-Beschäftigen wächst weiter

785.670 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Jahr 2020 bundesweit in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Beschäftigtenzahl somit um etwa 4% erhöht und dementsprechend einen erneuten Höchststand erreicht. Der Wachstumstrend setzt sich somit auf einem konstant hohen Niveau fort. Insgesamt wurden seit 2010 mehr als 295.000 neue Stellen in Kindertageseinrichtungen geschaffen. Von den insgesamt 785.670 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen arbeiten rund 676.000 Beschäftigte überwiegend im pädagogischen und leitenden Bereich. Die öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfeträger haben im Vergleich zum Jahr zuvor insgesamt mehr als 33.000 neue Beschäftigte eingestellt.

Trotz des kontinuierlichen und beeindruckenden Wachstums des Personals sind weiterhin zusätzliche Fachkräfte erforderlich, um den weiterhin steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen abdecken zu können. Demzufolge ist es von großer Bedeutung dem Personalnotstand entgegen zu wirken und somit eine Verbesserung der Qualität in Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern zu erzielen.

2020

58.319

Einrichtungsleitungen waren im Jahr 2019 für das Management der insgesamt rund 56.700 Kindertageseinrichtungen und das zugehörige Personal zuständig. Im Vergleich zum Jahr 2011 hat sich die Anzahl der Leitungskräfte in Kindertageseinrichtungen um rund 29.900 erhöht, dies entspricht einer prozentualen Zunahme von 56% (West: +60% | Ost +42%) im betrachteten Vergleichszeitraum. Dabei ist der Wert in Westdeutschland stärker gestiegen (+60%) als im Osten (+42%).  Das Leitungspersonal verfügt über unterschiedliche Zeitressourcen, um ihre Managementfunktion auszuüben. So waren rund 43% der Einrichtungsleitungen vollständig für ihre Tätigkeit freigestellt, während etwa 57% neben ihrer Leitungsfunktion noch weitere Aufgaben ausübten. 2011 waren noch 53% der Leitungen vollständig freigestellt.

Grafik (PNG)

Grafik (PDF)

76

früh- bzw. kindheitspädagogische Bachelor-Studiengänge gab es im Jahr 2019 in Deutschland. Sie wurden an insgesamt 55 Hochschulstandorten, flächendeckend über alle Bundesländer verteilt, angeboten. Damit ist das früh- bzw. kindheitspädagogische Studienangebot zwischen 2009 und 2019 um 30 Studiengänge gewachsen: Im Jahr 2009 waren es noch 46 einschlägige Bachelor-Studiengänge an 41 Hochschulstandorten. Erst fünf Jahre zuvor wurden in Deutschland die ersten drei früh- bzw. kindheitspädagogischen Bachelor-Studiengänge eingerichtet.

Die Studiengänge wurden eingeführt, um die Frühe Bildung zunehmend zu professionalisieren. Allerdings hat das früh- bzw. kindheitspädagogische Studienangebot bisher keinen großen Wandel in der Zusammensetzung des Kita-Personals bewirkt: Früh- bzw. Kindheitspädagoginnen und ‑pädagogen machten 2019 gemäß amtlicher Statistik gerade einmal 1,1 % des Personals aus.

Einen Überblick über die 76 früh- bzw. kindheitspädagogischen Studiengängen sowie die zahlreichen Studiengänge, die zumindest einen inhaltlichen Schwerpunkt oder einen Bezug zur Früh- bzw. Kindheitspädagogik aufweisen, bietet die WiFF-Studiengangsdatenbank.

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

46.989

Kita-Fachkräfte sind 60 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2010 mehr als versechsfacht. In dieser Zeit wuchs auch in den übrigen Altersgruppen die Zahl der Beschäftigten deutlich, allerdings weniger stark. Daher ist der Anteil der über 60-Jährigen am pädagogischen und leitenden Personal gestiegen: von 2% im Jahr 2010 auf 7% im Jahr 2019. Gleichzeitig sank der Anteil der 30-50-Jährigen von 51% auf 45%.

Der überdurchschnittliche Zuwachs bei den über 60-Jährigen erklärt sich durch eine längere Verweildauer im Berufsfeld sowie dadurch, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen Beschäftigungsbereichen gewonnen wurden oder aus der Familienphase zurückgekehrt sind.

Über 60-Jährige gelten in der Covid-19-Pandemie als besonders gefährdet. Bereits ab einem Alter von 50 Jahre steigt laut Robert Koch-Institut das Risiko für einen schweren Verlauf der Infektion. Über 50-Jährige machen einen Anteil von 28% am Kita-Personal aus.

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

219.269

Kita-Beschäftigte arbeiteten im Jahr 2019 bei einem öffentlichen Träger. Das sind knapp 34% der insgesamt rund 647.000 Personen, die in Kindertageseinrichtungen tätig sind. Zwischen 2007 und 2019 haben die öffentlichen Träger damit bundesweit etwa 87.800 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Weitere wichtige Akteure im Teilarbeitsmarkt Frühe Bildung sind konfessionelle Wohlfahrtsträger, insbesondere in den westdeutschen Ländern. Dort beschäftigten im Jahr 2019 evangelische Träger rund 87.200 Personen und katholische Träger 109.000 Personen, was einem Anteil von 17% und 21% der Kita-Beschäftigten im Westen entspricht. Eine deutlich geringere Rolle spielen konfessionelle Träger in Ostdeutschland: mit etwa 14.100 Beschäftigten bei evangelischen und 2.700 Beschäftigten bei katholischen Trägern. Das entspricht jeweils 10% und 2% der Kita-Beschäftigten im Osten.

Unter den weiteren Kita-Trägern sind sonstige gemeinnützige Träger mit einem Anteil von 12,8% der Kita-Beschäftigten und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) mit einem Anteil von 9,8% am Gesamtpersonal am stärksten vertreten.

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

Nur 1,5%

der 2016 befragten pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben an, dass ihre zuletzt besuchte Weiterbildung Möglichkeiten des E-Learnings einsetze.
Frühpädagogische Fachkräfte bilden sich öfter beruflich weiter als andere Berufsgruppen (39% gegenüber 19% Weiterbildungsbeteiligung laut Mikrozensus). Auch während die Kitas in der Corona-Krise für den Regelbetrieb geschlossen bleiben, nutzen viele Fachkräfte die freigewordene Zeit für Webinare und Online-Fortbildungen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, haben Initiativen wie das Haus der Kleinen Forscher und andere Weiterbildungsträger ihr Online-Angebot ausgebaut. Hierin liegt eine neue Entwicklung: Wie die WiFF-Fachkräftebefragung 2016 zeigt, fanden Fort- und Weiterbildung im Kita-Bereich bisher fast ausschließlich als Präsenzveranstaltungen statt.

An der Befragung, die 2016 im Rahmen der WiFF-Weiterbildungsstudie durchgeführt wurde, haben sich bundesweit 857 Leitungen und 728 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt.

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

Bei 70,3%

der Kitas ist zwischen Einrichtungsleitung und Träger verbindlich geklärt, wer für Personalentwicklung zuständig ist. Dies zeigen Ergebnisse der WiFF-Kita-Befragung zur Personalentwicklung. Dabei sind mündliche (39%) Vereinbarungen häufiger als schriftliche (32%). In jeder fünften Einrichtung fehlt allerdings eine verbindliche Regelung und weitere 9% geben an, dass ihnen keine bekannt ist. Verbindliche Absprachen fehlen häufiger in Einrichtungen mit sehr kleinen Teams und kleinen Teams mit bis zu sieben pädagogisch Tätigen (41% und 39%) als in Einrichtungen mit mittleren Teams und großen Teams ab acht pädagogisch Tätigen (25% und 26%). Auch sind Einrichtungen kleiner Träger mit ausschließlich einer Kita häufiger betroffen (35%) als Einrichtungen großer Träger mit weiteren Kitas und sonstigen Einrichtungen innerhalb und/oder außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe (24%).

Transparente Zuständigkeiten im Aufgabenfeld Personalentwicklung stehen in einem positiven Zusammenhang mit dem Einsatz entsprechender Instrumente. Während beispielsweise in der Hälfte der Einrichtungen mit fehlender Aufgabenklärung kein Konzept für die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorliegt, betrifft dies nur 22% der Einrichtungen mit Klärung der Zuständigkeiten. Auch finden Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche in Einrichtungen mit verbindlichen Absprachen eher statt als in Einrichtungen ohne.

An der WiFF-Kita-Befragung zur Personalentwicklung haben sich 2018 insgesamt 1.431 Kindertageseinrichtungen aus ganz Deutschland beteiligt. 

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

10,3 Jahre

sind Erwerbstätige in der Frühen Bildung durchschnittlich in ihrem Betrieb beschäftigt. Die Dauer der Beschäftigungsverhältnisse in der Frühen Bildung liegt damit knapp unter dem Gesamtdurchschnitt aller Berufe auf dem Arbeitsmarkt (11,3 Jahre). Dahingegen zeigen die „übrigen sozialen Berufe“ und die „Altenpflege“ mit durchschnittlich 8,2 und 7,4 Jahren vergleichsweise niedrige Betriebszugehörigkeiten. Anders sieht es wiederum bei den Lehrkräften in der Primarstufe aus: Sie arbeiten im Schnitt 13,3 Jahre an der selben Schule.

weitere Daten zu Bund und Ländern
Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

55%

der insgesamt 44.722 Kindertagespflegepersonen verfügten 2019 über eine Basisqualifikation in Form eines mindestens 160 Unterrichtseinheiten umfassenden Qualifizierungskurses. Davon haben 10% sogar einen Kurs im Umfang von mehr als 300 Stunden besucht. Der Zeitverlauf zeigt den starken Bedeutungszuwachs der Basisqualifikation für das Erwerbsegment der Kindertagespflege: 2006 hatten nur 5% der Tagespflegepersonen einen Qualifizierungskurs im Umfang von mindestens 160 Stunden absolviert. Stabil geblieben ist dagegen der hohe Sockelbestand an Tagespflegepersonen, die einen fachpädagogischen Berufsabschluss erworben haben (2006: 28%; 2019: 31%). Tagespflegepersonen ohne Grundqualifikation tauchen in der Statistik dagegen kaum mehr auf.

weitere Daten zu Bund und Ländern
Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

13%

der Erwerbstätigen in der Frühen Bildung hatten im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund. Damit liegt ihr Anteil deutlich unter dem des Gesamtarbeitsmarkts (20%). Eine Ursache könnte in der beruflichen Qualifikation liegen. Etwa 34% der Erwerbstätigen mit einem Migrationshintergrund konnten im Jahr 2016 keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Aufgrund des stark regulierten Zugangs in das Arbeitsfeld Frühe Bildung gibt es für Personen ohne beruflichen Abschluss­ nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten: Nur 12% der Erwerbstätigen mit und 5% der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund haben keinen Berufsabschluss. Auffällig hoch fällt der Anteil von Migranten und Migrantinnen mit akademischen Abschluss aus. Dieser liegt mit 21% fast drei Mal höher als bei den tätigen Personen ohne Migrationshintergrund.

Grafik (PNG)
Grafik (PDF)

2.612

Personen haben 2018 ein Bachelor-Studium der Früh- bzw. Kindheitspädagogik abgeschlossen und damit so viele wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Zahl um rund 5% erhöht. Insgesamt haben in Deutschland seit der Einführung früh- bzw. kindheitspädagogischer Bachelor-Studiengänge im Jahr 2004 rund 18.000 Personen ein solches Studium absolviert. Im Arbeitsfeld der Frühen Bildung verzeichnete die Kinder- und Jugendhilfestatistik im Jahr 2018 rund 7.000 pädagogisch und leitend tätige Früh- bzw. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen. Das entspricht nur 1% der insgesamt rund 621.000 pädagogischen Fachkräfte im Feld. Zusammen mit den ebenfalls in Kindertageseinrichtungen tätigen Sozialpädagoginnen und -pädagogen, den Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie den an Hochschulen ausgebildeten Heilpädagoginnen und -pädagogen haben einschlägig akademisch ausgebildete Fachkräfte einen Anteil von 6%.

weitere Daten zu Bund und Ländern
Grafik (PNG)
Grafik (PDF)
zur Meldung