Zahl des Monats
In dieser Rubrik wird jeden Monat eine Zahl vorgestellt, die die Daten des Fachkräftebaromters aufgreift und fortschreibt.
Januar 2026
Zahl der Kindertagespflegepersonen erreicht niedrigsten Stand seit 2008
Im Jahr 2025 betreuten 37.407 Personen als Tagesmütter oder Tagesväter ein oder mehrere Kinder. Damit hat sich die Zahl der Kindertagespflegepersonen gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich verringert. Allein zwischen 2020 und 2025 ist ihre Anzahl bundesweit um etwa 16% geschrumpft. Ein Blick auf die zeitliche Entwicklung zeigt: So wenige Personen wie derzeit waren seit 2008 nicht mehr in der öffentlich geförderten Kindertagespflege tätig.
Während der Rückgang der Zahl der Tagesmütter und -väter spätestens seit Beginn der Covid-19-Pandemie eine klar erkennbare Trendentwicklung darstellt, blieb die Zahl der von ihnen betreuten Kinder zunächst weitgehend stabil. Im Verlauf des letzten Jahres ist jedoch auch hier ein deutlicher Rückgang zu beobachten: Die Zahl der von Tagespflegepersonen betreuten Kinder sank von rund 160.900 im Jahr 2024 auf etwa 149.600 im Jahr 2025.
Kindertagespflegepersonen, betreute Kinder und durchschnittliche Anzahl betreuter Kinder pro Tagespflegeperson
2015 bis 2025 (Deutschland; Anzahl; Quote)1
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2025
Dezember: gebremstes Beschäftigtenwachstum
913.997
Personen waren im Frühjahr 2025 bundesweit in Kindertageseinrichtungen beschäftigt: als pädagogisch und leitend tätiges Personal, in der Verwaltung oder im hauswirtschaftlichen Bereich. In den letzten zehn Jahren ist das Personalvolumen damit um rund 271.700 Personen bzw. 42% gewachsen. Die Dynamik dieser Entwicklung hat sich allerdings im Zeitverlauf abgeschwächt: Zwischen 2015 und 2021 lag der jährliche Zuwachs bei 4% bis 5%, in den darauffolgenden Jahren bei 3% und im letzten Jahr bei 2%. Die Zahl der in Kindertageseinrichtungen tätigen Personen in Westdeutschland stieg auch zwischen 2024 und 2025 weiter an (+3%). In Ostdeutschland hingegen ein Rückgang zu beobachten: 2025 arbeiteten knapp 1.650 Personen weniger in ostdeutschen Kitas als noch ein Jahr zuvor (-1%).
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November: ungleiche Leitungsressourcen
37,9
Leitungsstunden pro Woche standen 2024 großen Kitas im Durchschnitt zur Verfügung und damit knapp 2 Stunden mehr als zehn Jahre zuvor. Auch in den anderen Einrichtungen wuchsen die vorhandenen Leitungsressourcen im betrachteten Zeitraum: in den kleinen Kitas von 10,6 auf 12,9 und in den mittelgroßen von 22,3 auf 23,7 Wochenstunden.
Trotzdem fehlen auch 2024 noch Leitungsressourcen, wobei die Lücke umso größer ausfiel, je kleiner die Kita war: In großen Einrichtungen fehlten 2024 knapp 3 Stunden, in mittleren 4,7 und in kleinen Einrichtungen 7,7 Stunden pro Woche für ein auskömmliches Leitungsbudget. Damit standen großen Kitas 93% der benötigten Leitungsstunden zur Verfügung, den kleinen jedoch nur 63%.
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Oktober: Anerkennungsverfahren für den Erzieher:innenberuf
3.489
laufende Verfahren zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen für den Erzieher:innenberuf verzeichnete die Statistik im Jahr 2024. Dies entspricht einem Zuwachs von 57% innerhalb von zwei Jahren. Allerdings enden die Verfahren überdurchschnittlich häufig mit einem negativen Bescheid (29%) und vergleichsweise selten mit der Bescheinigung der vollen Gleichwertigkeit, die das sofortige Führen der Berufsbezeichnung ‚staatlich anerkannter Erzieher‘/‘staatlich anerkannte Erzieherin‘ sowie eine Tätigkeit in diesem Beruf in Deutschland erlaubt (23%). In etwa der Hälfte der Fälle kann die volle Gleichwertigkeit durch eine Ausgleichsmaße erreicht werden.
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September: Kita-Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache
22%
der Kinder, die 2024 eine Kindertageseinrichtung besuchten, lebten in Familien, in denen vorrangig eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wurde. Der Anteil dieser Kinder stieg bundesweit zwischen 2014 und 2024 um rund 6 Prozentpunkte. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Westen ein Viertel der Kita-Kinder (25%) zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch spricht, trifft dies in ostdeutschen Kitas nur auf 15% der Kinder zu. Der Anteil in Westdeutschland wuchs innerhalb von zehn Jahren um 5 Prozentpunkte, in Ostdeutschland verdoppelte sich der Anteil – ausgehend von einem niedrigen Niveau von 7% im Jahr 2014.
August: Kaum Vollzeitbeschäftigungen für Personal in Einrichtungen für Schulkinder
16%
des Personals, das Kinder in Grundschulen außerhalb des Unterrichts betreut und erzieht, waren 2021 vollzeitbeschäftigt. In Horten waren es 2023 ebenfalls nur 17%. Deutliche Unterschiede zeigen sich allerdings bei den Beschäftigungsumfängen: Während knapp ein Fünftel (18%) des Hortpersonals einen Beschäftigungsumfang aufweist, der maximal einer Halbtagsstelle entspricht (unter 21 Stunden) trifft dies auf fast die Hälfte des Personals in der „Kinderbetreuung und -erziehung an Grundschulen“ zu. Dies spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit, die an Grundschulen mit 23 Stunden 6 Stunden unter dem entsprechenden Wert in den Horten liegt. Wesentlich existenzsichernder sind mit durchschnittlich 32 Wochenstunden die Beschäftigungsumfänge in altersgemischten Einrichtungen, die neben Schulkindern auch Kinder vor dem Schuleintritt betreuen. Nahezu vier von zehn Personen arbeiten hier in Vollzeit.
Juli: Weniger Personen beginnen eine Erzieher:innenausbildung
72.737
Schüler:innen haben im Schuljahr 2023/24 eine Ausbildung im Bereich der Kinderpflege, Sozialassistenz- oder Erziehungsberufe begonnen. Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Ausbildungskapazitäten für die Frühe Bildung damit insgesamt stabil (+0,3%). Allerdings haben sich die Verhältnisse zwischen den Ausbildungsgängen verschoben: Während die Anfänger:innenzahlen an den Berufsfachschulen für Kinderpflege und Sozialassistenz im Schuljahr 2023/24 ein deutliches Plus verzeichnen, sind sie an der Fachschule für Sozialpädagogik rückläufig. Konkret ist die Zahl der Schüler:innen im ersten Jahr der Kinderpflegeausbildung um +9,7% und im ersten Jahr der Sozialassistenzausbildung um +6,7% gewachsen. Die Zahl der Anfänger:innen in der Erzieher:innenausbildung ist hingegen um -5,0% gesunken.
Juni: Personalbedarf trifft demografischen Wandel
58.183
Kita-Fachkräfte sind 60 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2014 mehr als verdreifacht. Obgleich im Vergleichszeitraum auch bei den übrigen Altersgruppen deutliche Beschäftigtenzuwächse zu verzeichnen waren, fiel das Wachstum in den jüngeren Altersgruppen prozentual gesehen niedriger aus. Infolgedessen ist der Anteil der über 60-Jährigen am pädagogischen und leitenden Personal in den letzten zehn Jahren von 4% auf 8% angestiegen. Das überdurchschnittliche Wachstum deutet zum einen auf eine längere Verweildauer im Berufsfeld hin und zum anderen auf die Gewinnung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen.
Mai: Privatisierung der Hochschullandschaft
28 %
der Hochschulstandorte mit kindheitspädagogischen Studiengängen – und damit mehr als ein Viertel - waren im Jahr 2023 in sonstiger privater Trägerschaft. 2010 lag dieser Anteil bei nur 7%. Auch absolut gesehen ist die Zahl der kindheitspädagogischen Hochschulstandorte privater Anbieter über die Jahre hinweg stetig gewachsen. Die Zahl der Standorte kirchlicher und öffentlicher Hochschulträger ist hingegen seit 2015 nahezu konstant geblieben. Es sind also vor allem die privaten Hochschulen, die neue kindheitspädagogische Studiengänge entwickeln. Sie bieten diese oftmals in verschiedensten Modellen und Formaten an und ermöglichen damit flexibles Studieren, verlangen teilweise aber hohe Studiengebühren.
April: Mehr Kitas setzen auf Leitungsteams
9.973
und damit (17%) der rund 60.000 Kindertageseinrichtungen wurden im Jahr 2023 von einem Team aus zwei oder mehr Leitungskräften geführt. In drei Vierteln der Einrichtungen war eine Leitungskraft für das Management und das Personal zuständig. Seit 2012 hat sich sowohl die Zahl als auch der Anteil der Kitas mit Leitungsteams mehr als verdreifacht. Gleichzeitig ist die Anzahl der Kitas ohne formelle Leitungsressourcen deutlich gesunken – von knapp 13.300 Einrichtungen (26 %) im Jahr 2012 auf nur noch 4.375 (7%) im Jahr 2023. Dieser Rückgang dürfte auf die wachsende Bedeutung von Steuerungsfragen und die damit einhergehende Stärkung der Leitung durch Maßnahmen von Bund und Ländern zurückzuführen sein.
März: Kinder in Tageseinrichtungen
3.937.137
Kinder wurden im Jahr 2024 in Kindertageseinrichtungen betreut und damit mehr als je zuvor. 91% der der 3- bis unter 6-Jährigen hatten einen Kita-Platz. Auch mehr und mehr Eltern jüngerer Kinder nehmen ein Betreuungsangebot in Anspruch: 2024 besuchten rund 717.200 Kinder unter drei Jahren eine Tageseinrichtung, zehn Jahre zuvor waren es lediglich 561.600 Kinder (+28%). Ebenfalls deutlich angestiegen ist die Anzahl der Hortkinder. Zwischen 2014 und 2024 wuchs ihre Zahl auf knapp 550.400. Prozentual ist die Zahl der Schulkinder in der Tagesbetreuung in den letzten Jahren sogar stärker gewachsen als die der U3-Kinder. Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl der betreuten Schulkinder um rund 7%, während bei den U3-Kindern nur ein Anstieg von etwa 2% verzeichnet wurde.
Februar: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
2.778
Verfahren zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen für den Erzieher:innenberufs wurden 2023 angestoßen. Der Erzieher:innenberuf gehört damit in die TOP 10 der Berufe, für die eine Gleichwertigkeitsprüfung angestrebt wird. Innerhalb nur eines Jahres stieg die Zahl der Verfahren um ein Viertel. Auch in anderen für den Bereich der Frühen Bildung relevanten Berufen wie Kindheitspädagog:in, Kinderpfleger:in, Sozialassistent:in oder Sozialarbeiter:in/Sozialpädagog:in nahm die Zahl der Verfahren zu. Bei einem positiven Bescheid, darf die antragstellende Person sofort oder nach einer Ausgleichsmaßnahme die Berufsbezeichnung ‚staatlich anerkannter Erzieher‘/‘staatlich anerkannte Erzieherin‘ führen und in Deutschland tätig werden. Allerdings liegt die Ablehnungsquote mit 26% deutlich höher als die bei Anerkennungsverfahren anderer Berufe.
Januar: Personen in der Kindertagespflege
39.664
Personen betreuten im Jahr 2024 als Tagesmütter oder Tagesväter ein oder mehrere Kinder im eigenen Haushalt, im Haushalt der Eltern oder in eigens hierfür angemieteten Räumen. Die Zahl der Tagespflegepersonen hat sich somit in einem relativ kurzen Zeitraum drastisch verringert. Allein zwischen 2020 und 2024 ist ihre Anzahl bundesweit um etwa 11% geschrumpft. Damit arbeiten aktuell so wenige Personen in der öffentlich geförderten Tagespflege wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Die Zahl betreuten Kinder ist im selben Zeitraum von 173.988 auf 160.539 gesunken.