Zahl des Monats

In dieser Rubrik wird jeden Monat eine Zahl vorgestellt, die die Daten des Fachkräftebaromters aufgreift und fortschreibt.

Dezember 2019

Anzahl der Tagespflegepersonen bleibt stabil

2019 gab es bundesweit 44.734 Tagespflegepersonen, die sich hauptsächlich im eigenen Haushalt um ein oder mehrere Kinder kümmerten. Ihre Anzahl bewegt sich damit seit mehreren Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Die Zahl der in Tagespflege betreuten Kinder wächst hingegen kontinuierlich weiter: Im Jahr 2019 waren es rund 171.700 und damit nahezu doppelt so viele wie noch 2008. Der Anstieg bei den Tagespflegepersonen betrug im gleichen Zeitraum nur knapp 23%. Somit hat sich die durchschnittliche Anzahl der betreuten Kinder pro Tagespflegeperson erhöht: Während eine Tagesmutter oder ein Tagesvater im Jahr 2008 noch durchschnittlich für 2,4 Kinder zuständig war, waren es im Jahr 2019 bereits durchschnittlich 3,8 Kinder.

 

2019

36%

der Kindertageseinrichtungen beschäftigten im Jahr 2018 mindestens eine einschlägig akademisch qualifizierte Fachkraft im pädagogischen Kernteam. Der entsprechende Anteil hat sich im Vergleich zum Jahr 2007 (18%) somit verdoppelt. Dennoch ist der Prozentsatz des pädagogischen und leitenden Personals mit einem Abschluss etwa in Sozialer Arbeit, Erziehungswissenschaften oder Kindheitspädagogik in den Einrichtungen weiterhin gering. So bewegte sich der Akademikerinnen- und Akademiker-Anteil in 12% der Kita-Teams bei unter 10%. Nur geringfügig häufiger sind Teams mit einem Anteil von 10 bis unter 20% zu finden (13%). In nur etwa 5% der Einrichtungen betrug der Anteil des einschlägig akademisch ausgebildeten Personals im Kernteam über 30%.

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752.220

Personen arbeiten im Jahr 2019 in einer Kindertageseinrichtung. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Träger der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe damit insgesamt mehr als 28.000 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Mit diesem Personalzuwachs von knapp 4 %, setzt sich der Wachstumstrend der vergangenen Jahre auf einem konstant hohen Niveau fort. Rund 647.000 der insgesamt 752.220 in Kindertageseinrichtungen tätigen Personen sind überwiegend für pädagogische und leitende Aufgaben zuständig

Insgesamt wurden seit dem Jahr 2006 mehr als 330.000 neue Stellen in Kindertageseinrichtungen geschaffen. In diesen Entwicklungen spiegelt sich der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen – der auch für die kommenden Jahre prognostiziert wird – wider. Somit werden trotz des beachtlichen Wachstums auch zukünftig zusätzliche Fachkräfte erforderlich sein, um einem Personalnotstand in Kindertageseinrichtungen entgegenzuwirken und die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern zu verbessern.

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60%

des pädagogischen und leitenden Personals in Kindertageseinrichtungen ist teilzeitbeschäftigt. Im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen liegt die Teilzeitquote nunmehr schon seit mehr als 10 Jahren auf diesem Niveau. Dabei liegt der Schwerpunkt der Teilzeitbeschäftigungen bei vollzeitnahen Arbeitsverhältnissen und Beschäftigungen mit einem Umfang von 21 und mehr Stunden (45%), während Teilzeitstellen mit weniger als 21 Stunden mit einem Anteil von 15% nur eine geringe Rolle spielen.

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91.810

Personen sind aktuell in Grundschulen und Horteinrichtungen in der Ganztagsbetreuung von Schulkindern tätig. Diese Zahl setzt sich aus drei Beschäftigtengruppen zusammen, die unterschiedlich statistisch erfasst werden: Beschäftigte in Horten, Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen, in denen auch Schulkinder betreut werden, sowie Erwerbstätige in Ganztagsangeboten und in der Übermittagsbetreuung an Grundschulen. Während die etwa 27.900 Beschäftigten in Horten in der Kinder- und Jugendhilfestatistik (KJH) genau erfasst werden, kann das Personal in Kindertageseinrichtungen, das neben Schulkindern auch jüngere Kinder betreut, über diese Statistik nur rechnerisch bestimmt werden. Unter Annahme einer ähnlichen Betreuungsrelation wie im Hort handelt es sich um ca. 15.600 Personen. Informationen über die 48.300 Erwerbstätigen im Ganztag und in der Übermittagsbetreuung, die zusätzlich zu Lehrkräften, Sonderpädagoginnen und -pädagogen oder Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter an Grundschulen tätig sind, lassen sich dagegen über den Mikrozensus gewinnen.

Gegenwärtig nutzen ungefähr 1,5 Millionen Grundschulkinder solche Ganztagsangebote. Dies entspricht einer bundesweiten Beteiligungsquote von 51%. Mit dem angekündigten Rechtsanspruch auf Betreuung von Grundschulkindern ist davon auszugehen, dass Angebote und Personal in diesem Bereich weiter ausgebaut werden müssen.

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7.282

Kindertageseinrichtungen sind seit 2007 in Deutschland neu gegründet worden. Dies entspricht einem Anstieg um 15%. 2018 besuchten knapp 3,6 Millionen Kinder eine der 55.933 Einrichtungen. 20% mehr Kinder als noch elf Jahre zuvor. Das stärkste Wachstum verzeichnet das pädagogische und leitende Personal. Dessen Zahl hat sich im selben Zeitraum um 71% von 363.115 auf 620.652 erhöht. Die unterschiedlichen Dynamiken bei Einrichtungen, Kindern und Beschäftigten machen deutlich, wie die Expansion in der Frühen Bildung verläuft. Sie hat dazu geführt, dass nicht nur neue Einrichtungen eröffnet wurden, sondern auch die bestehenden deutlich gewachsen sind. Der Anstieg bei den betreuten Kindern ist vor allem auf eine höhere Beteiligungsquote bei den unter Dreijährigen zurückzuführen. Deren personalintensive Betreuung hat einen nie dagewesenen Beschäftigungsboom in der Frühen Bildung ausgelöst.

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22%

der Kita-Teams in Deutschland bestehen zu mindestens der Hälfte aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die 50 Jahre und älter sind. Besonders hoch fällt dabei der Anteil der älteren Teams in Ostdeutschland aus: Hier zählen fast ein Drittel aller Teams zu den älteren Teams, während es in Westdeutschland nur ein Fünftel der Teams sind. Sehr junge Teams, in denen mindestens die Hälfte der Mitglieder jünger als 30 Jahre sind, sind dagegen in Westdeutschland (8%) und Ostdeutschland (4%) nur sehr selten zu finden. Teams mit einer ausgeglichenen Altersstruktur sind also dennoch sowohl in Westdeutschland (72%) als auch Ostdeutschland (64%) in der Mehrheit.

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5,6 %

und damit knapp 35.000 Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen verfügen über einen einschlägigen Hochschulabschluss aus den Fachrichtungen Sozial-, Heil-, oder Kindheitspädagogik, Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaft. Obwohl die Anzahl der einschlägigen Akademikerinnen und Akademiker von Jahr zu Jahr steigt und sich seit 2006 mehr als verdreifacht hat, ist ihr Anteil am pädagogischen und leitenden Personal in dem rasant wachsenden Arbeitsfeld relativ stabil. Er hat seit 2006 lediglich um 2,4 Prozentpunkte zugenommen.

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631

Fachschulen für Sozialpädagogik, die Erzieherinnen und Erzieher ausbilden, gab es zum Schuljahr 2017/18 in Deutschland. Davon waren mehr als die Hälfte – nämlich 337 Fachschulen – in kirchlicher oder sonstiger privater Trägerschaft und 294 in öffentlicher Trägerschaft. Im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 ist die Gesamtzahl der Fachschulen für Sozialpädagogik um 14% gewachsen. Die Zunahme an Fachschulen ist vor allem auf den Anstieg der nichtöffentlichen, sonstigen privaten Fachschulen zurückzuführen. Der Anteil der öffentlichen Träger ist dagegen im Zeitverlauf auf unter 50% gesunken. Insgesamt stellen die Fachschulen für Sozialpädagogik ein enormes Ausbildungspotenzial für die Frühe Bildung zur Verfügung. Allein im Schuljahr 2017/18 begannen rund 38.000 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher.

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19%

betrug im Schuljahr 2017/18 der Männeranteil im ersten Jahr der Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher. Obwohl sich weiterhin überwiegend Frauen für die Ausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik entscheiden, steigt deren Attraktivität für Männer. Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der männlichen Schüler im ersten Ausbildungsjahr um knapp 1.200 auf etwa 7.200 gestiegen. Dies entspricht einem leichten Plus von 2 Prozentpunkten. Dabei sind die Länder unterschiedlich erfolgreich darin, Männer für Erziehungsberufe zu gewinnen: Während im Schuljahr 2017/18 in Bayern der Anteil der Männer unter den Anfängerinnen und Anfänger bei nur 13% lag, betrug dieser in Hamburg 28%. In Kindertageseinrichtungen, neben anderen Berufsfeldern das Hauptbetätigungsfeld von Erzieherinnen und Erziehern, waren 2018 bundesweit nur knapp 6% des pädagogischen und leitenden Personals männlich.

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3.577.595

Kinder haben 2018 eine Tageseinrichtung besucht - so viele wie nie zuvor. Insbesondere für die 3- bis unter 6-Jährigen ist der Besuch einer Kita die Regel. 92% der Kinder dieser Altersgruppe sind in dieser Betreuungsform anzutreffen. Darüber hinaus nutzen in zunehmenden Maße auch Eltern jüngerer Kinder institutionelle Betreuungsangebote: 2018 besuchten rund 665.300 Kinder (28%) unter drei Jahren eine Kita, 2006 waren es lediglich 253.900. Dies entspricht einer Zunahme von etwa 162%. Ebenfalls deutlich angestiegen ist auch die die Anzahl der Schulkinder in Hortangeboten von Kindertageseinrichtungen. Im Zeitraum von 2006 bis 2018 ist sie von ca. 356.900 auf knapp 502.200 (+41%) Kinder gewachsen.

Trotz des enormen Ausbaus übersteigt der Bedarf der Eltern weiterhin das Angebot. So bleiben in Westdeutschland die Betreuungswünsche von jeder fünften Familie mit einem 1- oder 2-jähriges Kind unerfüllt, wie die aktuelle Kinderbetreuungsstudie (KiBS) des DJI zeigt.

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39%

der Kita-Leitungen und 37% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine berufsbezogene Weiterbildung besuchen, übernehmen dafür selbst Kosten oder investieren ihre Freizeit – teilweise sogar beides. Dies zeigen Ergebnisse einer Fachkräftebefragung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). Dabei übernahmen 34% der befragten Leitungen und 32% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise oder vollständig Gebühren, die für die Teilnahme, Anfahrt oder Übernachtungen anfielen. 13% der Leitungen und 14% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden für den Besuch der Veranstaltung nicht oder nur teilweise freigestellt. Trotzdem ist die Bereitschaft, an berufsbezogener Weiterbildung teilzunehmen, bei frühpädagogischen Fachkräften überdurchschnittlich hoch. 86% der Leitungen und 85% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten zum Zeitpunkt der Befragung in den letzten zwölf Monaten an einer berufsbezogenen Weiterbildung teilgenommen. Für die übrigen stellten insbesondere die Kosten ein Hemmnis dar: 22% der Leitungen und 40% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an keiner Weiterbildung teilgenommen hatten, konnten oder wollten die Kosten für die Veranstaltung nicht übernehmen.

An der Befragung, die 2016 im Rahmen der WiFF-Weiterbildungsstudie durchgeführt wurde, haben sich bundesweit 857 Leitungen und 728 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt.

Zur Weiterbildungsstudie (Fachkräftebefragung ab S. 55)
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