Zahl des Monats

In dieser Rubrik wird jeden Monat eine Zahl vorgestellt, die die Daten des Fachkräftebaromters aufgreift und fortschreibt.

Juni 2024 

Kita-Leitungen bleiben ihrer Einrichtung am längsten treu

Im Jahr 2023 betrug die durchschnittliche Beschäftigungsdauer von Kita-Leitungen in Kindertageseinrichtung 11,6 Jahre, wobei 22% der Leitungen auf eine Beschäftigungsdauer von 20 Jahren und mehr zurückblicken konnten. Damit waren Leitungskräfte von allen betrachteten Personengruppen am längsten in der jeweiligen Einrichtung tätig. Die geringste durchschnittliche Betriebszugehörigkeit wiesen mit 5,6 Jahren die Zweit- und Ergänzungskräfte auf, von denen 28% weniger als ein Jahr in der Einrichtung tätig waren. Über alle Beschäftigtengruppen hinweg lag die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 7,1 Jahren.

Pädagogisches, Leitungs- und Verwaltungspersonal nach (erstem) Arbeitsbereich und bisheriger Beschägigungsdauer in der derzeitigen Einrichtung 2023 (Deutschland; in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe 2023, eigene Berechnungen

2024

12.044

Im Jahr 2023 hatte die die Bundesagentur für Arbeit 12.044 gemeldete sozialversicherungspflichtige Stellen für Erzieherinnen und Erzieher im Bestand. Diesen standen jedoch lediglich etwa 9.400 arbeitslos gemeldete Personen mit dem entsprechenden Zielberuf gegenüber. Im Zeitverlauf zeigt sich die drastische Veränderung der Arbeitslosen-Stellen-Relation. So kamen im Jahr 2013 noch etwa 127 arbeitslos gemeldete Personen mit dem Zielberuf Erzieherin bzw. Erzieher auf 100 offene Stellen, im Jahr 2023 waren es bundesweit nur noch rund 78 Personen. Gleichzeitig greifen die Kita-Träger bei der Personalsuche immer häufiger auf die Berufsgruppe der Kinderpflegerinnen und -pfleger zurück. Hier entfielen im Jahr 2013 auf 100 gemeldete Stellen noch etwa 703 Arbeitslose, 2023 waren es nur noch 231 Arbeitslose.

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17 %

der Lehrkräfte an Fachschulen für Sozialpädagogik sind durch das Lehramtsstudium der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik und den Vorbereitungsdienst grundständig für ihre Tätigkeit ausgebildet. Folglich ist der Großteil nicht-grundständig qualifiziert:

  • Rund 22% haben ein nicht-sozialpädagogisches Lehramt studiert und unterrichten schulartfremd bzw. fachfremd.
  • Die deutliche Mehrheit hat ein fachverwandtes, aber nicht auf ein Lehramt bezogenes Studium absolviert (z.B. Erziehungswissenschaften, Sozialpädagogik, Soziale Arbeit). Diese Lehrkräfte steigen über Sonderwege in den Lehrberuf ein: Rund 13% durchliefen den regulären Vorbereitungsdienst und erhielten eine vollständige Lehrbefähigung (Quereinsteigende). Weitere 18% stiegen in den Schulbetrieb ein und absolvierten zusätzlich berufsbegleitend eine pädagogische und didaktische Qualifizierung (Seiteneinsteigende). Ganze 30% der Lehrkräfte stiegen ohne verpflichtende Qualifizierungsmaßnahmen in die Lehrtätigkeit ein (Direkteinsteigende).

Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr die Fachschulen für Sozialpädagogik auf Lehrkräfte angewiesen sind, die über Sonderwege an die Schulen kommen. Das Qualifikationsniveau der Lehrkräfte erscheint dennoch angemessen. Rund 94% besitzen mindestens einen Abschluss auf Master-Niveau.

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1.986

Fachkräfte mit einem ausländischen Abschluss können nur dann in der Kindertagesbetreuung arbeiten, wenn die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Referenzberuf festgellt wurde. Im Jahr 2022 haben die zuständigen Stellen 3.516 Anerkennungsverfahren in der Berufshauptgruppe „Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie“ durchgeführt. In 1.986 und somit mehr als der Hälfte der Verfahren ging es um eine Gleichwertigkeitsprüfung für den Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers. 76% der Fälle wurden positiv beschieden, was zugleich bedeutet, dass nahezu jedes 4 Verfahren mit einem negativen Ergebnis endete. Bei den berufsfachschulischen Qualifikationen wurden 825 Verfahren durchgeführt, von denen immerhin 753 positiv beschieden wurden. 618 Verfahren betrafen die Abschlüsse Sozialpädagoge bzw. Sozialpädagogin und Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin. Davon mündeten 579 in der Feststellung der Gleichwertigkeit.

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56.843

Im Jahr 2022 waren 56.843 Männer in Kindertageseinrichtungen tätig. Ihre Anzahl hat sich damit seit 2012 fast verdreifacht. Diesen Zuwachs spiegelt auch die Männerquote: Der Anteil der männlichen Beschäftigten unter pädagogischen und leitenden Personal ist zeitgleich von 4,2% auf 7,9% gestiegen. Obwohl die Zahl der Männer deutlich zugenommen hat, bilden männliche Kita-Fachkräfte immer noch eine sehr kleine Gruppe. Mit zuletzt 665.200 Frauen und einer Frauenquote von 92,1% zählt die Frühe Bildung immer noch zu den am stärksten geschlechtsspezifisch segregierten Berufsfeldern auf dem gesamten Arbeitsmarkt.


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3.926.423

Kinder werden gegenwärtig in Kitas betreut. Das sind mehr als je zuvor. Im Jahr 2023 besuchten neun von zehn Kinder in der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen eine Kindertageseinrichtung. Darüber hinaus nehmen in zunehmenden Maße auch jüngere Kinder ein Betreuungsangebot in einer Tageseinrichtung in Anspruch: 2023 besuchten rund 721.551 Kinder unter drei Jahren eine Tageseinrichtung, während es 2013 lediglich 503.926 Kinder waren (+43%). Die Anzahl der Schulkinder, die ein Hortangebot in einer Tageseinrichtung für Kinder nutzen, ist im Zeitraum von 2013 bis 2023 von ca. 460.553 auf knapp 534.506 Kinder angestiegen (+16%).

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2015-2023