Zahl des Monats

In dieser Rubrik wird jeden Monat eine Zahl vorgestellt, die die Daten des Fachkräftebaromters aufgreift und fortschreibt.

Oktober 2021

Trotz Pandemie: Beschäftigtenwachstum in der Frühen Bildung setzt sich fort

Im Frühjahr 2021 waren bundesweit 818.301 Personen in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt.  Die Zahl der tätigen Personen in diesem Bereich erneut deutlich erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigtenzahl um etwa 4% gestiegen. Der seit Jahren zu beobachtende Wachstumstrend setzt sich somit trotz der Pandemielage auf einem konstant hohen Niveau weiter fort. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 300.000 neue Stellen in Kindertageseinrichtungen geschaffen. Die Mehrzahl der Beschäftigten, nämlich 700.000, arbeitet überwiegend im pädagogischen und leitenden Bereich.

2021

3,8%

der Erwerbstätigen in der Frühen Bildung sind als geringfügig Beschäftigte angestellt. Im Gegensatz zu anderen weiblich dominierten Arbeitsfeldern weist die Frühe damit eine sehr niedrige Quote auf. Im Bereich „Büro und Sekretariat“ fällt der Anteil der geringfügig Beschäftigten mit 16,4% rund vier Mal so hoch aus. Auch in den „Übrigen Sozialen Berufen“ liegt der entsprechende Anteil (10,1%) deutlich höher.
Nochmals erheblich seltener sind Beschäftigte in Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit/Leiharbeit) in der Frühen Bildung vorzufinden. Ihr Anteil betrug im Jahr 2018 nur 0,6%. Demgegenüber waren 2,2% der Erwerbstätigen als Freiwilligendienstleistende tätig. Hierin zeigt sich die lange Tradition, die der Einsatz von freiwillig oder auch ehrenamtlich tätigen Personen in den „sozialen“ Arbeitsfeldern hat.
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84%

des Personals, das Kinder in Grundschulen außerhalb des Unterrichts betreut und erzieht, arbeitete 2018 in Teilzeit. Ähnlich hoch lag im Jahr 2020 mit 82% die Teilzeitquote des Hortpersonals. Deutliche Unterschiede zeigen sich allerdings bei den Beschäftigungsumfängen: Knapp die Hälfte des Personals in Ganztagsangeboten an Grundschulen arbeitet weniger als 21 Stunden pro Woche, während dies nur auf knapp ein Fünftel des Hortpersonals zutrifft. Dies spiegelt sich in den durchschnittlichen Arbeitsstunden, die an Grundschulen bei 23 pro Woche liegen und im Hort bei 29.

Die Tätigkeit in Einrichtungen, die ausschließlich von Schulkindern besucht werden, ist damit für Personen die eine existenzsichernde Beschäftigung suchen, weniger attraktiv als die in Einrichtungen, die auch Kinder vor dem Schuleintritt betreuen. Hier liegt die Teilzeitquote bei 62%, wobei die vollzeitnahe Beschäftigung einen höheren Stellenwert einnimmt, was in einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 32 Stunden deutlich wird.

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Im Schuljahr 2019/20 haben 41.483 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher an einer der 649 Fachschulen für Sozialpädagogik begonnen. Gegenüber dem Schuljahr 2007/08 hat sich die Zahl damit nahezu verdoppelt (+98%). Das Interesse an dem Erziehungsberuf ist somit weiterhin groß, vor allem unter Frauen, die 81% der Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr ausmachten.

Zu dieser Entwicklung dürften mehrere Faktoren beigetragen haben: Die Berufsausbildung auf Fachschulniveau wurde in den Ländern nicht nur stark ausgebaut, sondern auch umstrukturiert. Neben der klassischen, vollzeitschulischen Ausbildungsform gewannen vor allem berufsbegleitende und vergütete, praxisintegrierte Ausbildungsformate an Zugkraft. Zudem wurden die Zugangsvoraussetzungen, die jeweils in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder geregelt sind, in den letzten Jahren schrittweise erweitert, sodass die Aufnahme einer Erzieherinnen-und Erzieherausbildung für Menschen mit vielfältigen Bildungs- und Berufsbiografien zunehmend erleichtert wird. Nicht zuletzt ist der Arbeitsmarkt für ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher ausgesprochen gut.

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441.724

Erzieherinnen und Erzieher arbeiteten bundesweit im Jahr 2020 in einer Kindertageseinrichtung. Zwischen 2006 und 2020 ist die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher von rund 248.700 um 193.000 (+78%) gestiegen. Obgleich in diesem Zeitraum ihr Anteil am pädagogischen und leitenden Personal leicht rückläufig war (2006: 71%; 2020: 65%), prägt der Beruf auch weiterhin fast ungebrochen das Qualifikationsgefüge in Kindertageseinrichtungen.

Daneben konnten zeitgleich mehr als 25.000 Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger gewonnen werden, die mit zuletzt rund 71.500 Beschäftigten die zweitgrößte Berufsgruppe im Arbeitsfeld stellen. Bei einer im Vergleich eher unterdurchschnittlichen Zuwachsquote (+55%) ist ihr Personalanteil zwischen 2006 und 2020 von 13% auf 11% gesunken. Demgegenüber hat sich die Anzahl der Sozialassistentinnen und -assistenten seit 2006 von 1.700 um auf 16.500 überdurchschnittlich stark erhöht (+852%).

Die insgesamt rund 36.100 einschlägig qualifizierten Akademikerinnen und Akademiker bilden weiterhin immer noch eine Minderheit in Kindertageseinrichtungen, obgleich sich ihr Anteil am pädagogischen und leitenden Personal zwischen 2006 und 2020 von 3% auf 5% erhöht hat.

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20%

der Kinder, die im Jahr 2020 eine Kindertageseinrichtung besuchten, lebten in Familien, in denen vorrangig eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wurde. Der Anteil dieser Kinder stieg bundesweit zwischen 2010 und 2020 um knapp 5 Prozentpunkte. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Westen mehr als jedes fünfte Kita-Kind (24%) zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch spricht, trifft dies in ostdeutschen Kitas nur auf jedes zehnte Kind zu (11%).
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21.378

Schülerinnen und Schüler begannen zum Schuljahr 2019/20 eine Ausbildung im Bereich Sozialassistenz bzw. Sozialpädagogische Assistenz. Das entspricht einem Plus von 4% gegenüber dem Vorjahr, gegenüber dem Schuljahr 2007/08 sogar einer Steigerung von 61%. Seit der Einführung dieses Bildungsgangs Anfang der 2000er Jahre konnten die Ausbildungskapazitäten somit kontinuierlich ausgebaut werden. Die Ausnahme bilden Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland, die über kein entsprechendes Ausbildungsangebot verfügen.

In einigen Ländern können die fertig Ausgebildeten unmittelbar im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtung als Assistenz- bzw. Ergänzungskräfte tätig werden. In anderen ist die Ausbildung eher als Vorbildung für die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung an den Fachschulen für Sozialpädagogik konzipiert. Im Gegensatz zur ebenfalls an Berufsfachschulen angesiedelten Kinderpflegeausbildung ist die Sozialassistenzausbildung meist inhaltlich breiter gefasst und ermöglicht es, z.B. auch mit Jugendlichen oder Erwachsenen zu arbeiten. Im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen stellen Sozialassistenzkräfte im Jahr 2020 nur etwas mehr als 2% des pädagogisch und leitend tätigen Personals dar.

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5,7 %

des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen hatten 2020 einen einschlägigen Hochschulabschluss in Sozialpädagogik bzw. Sozialer Arbeit, Pädagogik, Früh- bzw. Kindheitspädagogik oder Heilpädagogik. Dies entspricht 38.631 Beschäftigten. Ihr Anteil am pädagogischen Personal im insgesamt stark expandierenden Arbeitsfeld ist damit in den letzten Jahren kaum mehr gewachsen.
Nach wie vor hat rund die Hälfte der akademisch ausgebildeten Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen einen Abschluss in Sozialpädagogik bzw. Sozialer Arbeit (FH) (49,9 %). Früh- bzw. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen haben inzwischen einen Anteil von 21,3 % an allen akademisch ausgebildeten Fachkräften in Kindertageseinrichtungen erreicht, dieser ist allerdings seit 2018 kaum mehr gestiegen und liegt damit beinahe gleichauf mit Pädagoginnen und Pädagogen, die an Universitäten studiert haben (22,2%).
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47.695

Männer waren im Jahr 2020 in Kindertageseinrichtungen tätig. Ihre Anzahl hat sich damit seit 2010 mehr als verdreifacht. Diesen Zuwachs spiegelt auch die Männerquote: Der Anteil der männlichen Beschäftigten im pädagogischen und leitenden Personal ist zeitgleich von 3,6% auf 7,1% gestiegen. Obwohl die Zahl der Männer deutlich zugenommen hat, bilden männliche Kita-Fachkräfte immer noch eine sehr kleine Gruppe. Mit zuletzt 627.950 Frauen und einer Frauenquote von 92,9% zählt die Frühe Bildung immer noch zu den am stärksten geschlechtsspezifisch segregierten Berufsfeldern auf dem gesamten Arbeitsmarkt.

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44.782

Kindertagespflegepersonen haben 2020 ein oder mehrere Kinder betreut. Somit bewegt sich ihre Anzahl seit mehreren Jahren auf einem konstanten Niveau. Im Gegensatz dazu wächst die Zahl der betreuten Kinder beständig. Rund 174.000 wurden 2020 in den Räumen der Tagesmutter oder des Tagesvaters, in angemieteten Räumen oder in den Wohnräumen des Kindes betreut. In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der Kinder in Tagespflege demnach um 55% gesteigert. Im Gegensatz dazu hat sich in dem gleichen Zeitraum die Anzahl der Kindertagespflegepersonen lediglich um ungefähr 10% erhöht. Während eine in der Kindertagespflege tätige Person im Jahr 2010 noch durchschnittlich für 2,7 Kinder zuständig war, sind es im Jahr 2020 bereits durchschnittlich 3,9 Kinder pro Tagesmutter oder -vater.
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2020

Mindestens 20.400 Fachkräfte

gegebenenfalls sogar bis zu 72.500 Fachkräfte fehlen in den kommenden fünf Jahren in den westdeutschen Bundesländern, um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zu erfüllen und den Bedarf der Eltern zu decken. Die Spannbreite ergibt sich durch die Kombination wahrscheinlicher Szenarien: Angenommen, der Personalbedarf ist niedrig und eine hohe Anzahl an Erzieherinnen und Erzieher startet nach der Ausbildung in das Arbeitsfeld Kita, wächst die Personallücke bis zum Jahr 2023 auf einen Wert von 20.400 fehlenden Fachkräften. Geht man jedoch von einem höheren Bedarf aus bei gleichzeitig weniger Neuzugängen, die in die Kitas einmünden, läge die Personallücke 2025 bei 72.500 fehlenden Fachkräften. In den ostdeutschen Ländern werden hingegen bald schon mehr Personen ausgebildet als in den Kitas für die Erfüllung des Rechtsanspruchs und die Deckung des Elternbedarfs benötigt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Vorausberechnung des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund, die den Platz- und Personalbedarf bis zum Jahr 2030 in den Blick nimmt.

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785.670

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Jahr 2020 bundesweit in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Beschäftigtenzahl somit um etwa 4% erhöht und dementsprechend einen erneuten Höchststand erreicht. Der Wachstumstrend setzt sich somit auf einem konstant hohen Niveau fort. Insgesamt wurden seit 2010 mehr als 295.000 neue Stellen in Kindertageseinrichtungen geschaffen. Von den insgesamt 785.670 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen arbeiten rund 676.000 Beschäftigte überwiegend im pädagogischen und leitenden Bereich. Die öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfeträger haben im Vergleich zum Jahr zuvor insgesamt mehr als 33.000 neue Beschäftigte eingestellt.

Trotz des kontinuierlichen und beeindruckenden Wachstums des Personals sind weiterhin zusätzliche Fachkräfte erforderlich, um den weiterhin steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen abdecken zu können. Demzufolge ist es von großer Bedeutung dem Personalnotstand entgegen zu wirken und somit eine Verbesserung der Qualität in Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern zu erzielen.

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58.319

Einrichtungsleitungen waren im Jahr 2019 für das Management der insgesamt rund 56.700 Kindertageseinrichtungen und das zugehörige Personal zuständig. Im Vergleich zum Jahr 2011 hat sich die Anzahl der Leitungskräfte in Kindertageseinrichtungen um rund 29.900 erhöht, dies entspricht einer prozentualen Zunahme von 56% (West: +60% | Ost +42%) im betrachteten Vergleichszeitraum. Dabei ist der Wert in Westdeutschland stärker gestiegen (+60%) als im Osten (+42%).  Das Leitungspersonal verfügt über unterschiedliche Zeitressourcen, um ihre Managementfunktion auszuüben. So waren rund 43% der Einrichtungsleitungen vollständig für ihre Tätigkeit freigestellt, während etwa 57% neben ihrer Leitungsfunktion noch weitere Aufgaben ausübten. 2011 waren noch 53% der Leitungen vollständig freigestellt.

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76

früh- bzw. kindheitspädagogische Bachelor-Studiengänge gab es im Jahr 2019 in Deutschland. Sie wurden an insgesamt 55 Hochschulstandorten, flächendeckend über alle Bundesländer verteilt, angeboten. Damit ist das früh- bzw. kindheitspädagogische Studienangebot zwischen 2009 und 2019 um 30 Studiengänge gewachsen: Im Jahr 2009 waren es noch 46 einschlägige Bachelor-Studiengänge an 41 Hochschulstandorten. Erst fünf Jahre zuvor wurden in Deutschland die ersten drei früh- bzw. kindheitspädagogischen Bachelor-Studiengänge eingerichtet.

Die Studiengänge wurden eingeführt, um die Frühe Bildung zunehmend zu professionalisieren. Allerdings hat das früh- bzw. kindheitspädagogische Studienangebot bisher keinen großen Wandel in der Zusammensetzung des Kita-Personals bewirkt: Früh- bzw. Kindheitspädagoginnen und ‑pädagogen machten 2019 gemäß amtlicher Statistik gerade einmal 1,1 % des Personals aus.

Einen Überblick über die 76 früh- bzw. kindheitspädagogischen Studiengängen sowie die zahlreichen Studiengänge, die zumindest einen inhaltlichen Schwerpunkt oder einen Bezug zur Früh- bzw. Kindheitspädagogik aufweisen, bietet die WiFF-Studiengangsdatenbank.

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46.989

Kita-Fachkräfte sind 60 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2010 mehr als versechsfacht. In dieser Zeit wuchs auch in den übrigen Altersgruppen die Zahl der Beschäftigten deutlich, allerdings weniger stark. Daher ist der Anteil der über 60-Jährigen am pädagogischen und leitenden Personal gestiegen: von 2% im Jahr 2010 auf 7% im Jahr 2019. Gleichzeitig sank der Anteil der 30-50-Jährigen von 51% auf 45%.

Der überdurchschnittliche Zuwachs bei den über 60-Jährigen erklärt sich durch eine längere Verweildauer im Berufsfeld sowie dadurch, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen Beschäftigungsbereichen gewonnen wurden oder aus der Familienphase zurückgekehrt sind.

Über 60-Jährige gelten in der Covid-19-Pandemie als besonders gefährdet. Bereits ab einem Alter von 50 Jahre steigt laut Robert Koch-Institut das Risiko für einen schweren Verlauf der Infektion. Über 50-Jährige machen einen Anteil von 28% am Kita-Personal aus.

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219.269

Kita-Beschäftigte arbeiteten im Jahr 2019 bei einem öffentlichen Träger. Das sind knapp 34% der insgesamt rund 647.000 Personen, die in Kindertageseinrichtungen tätig sind. Zwischen 2007 und 2019 haben die öffentlichen Träger damit bundesweit etwa 87.800 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Weitere wichtige Akteure im Teilarbeitsmarkt Frühe Bildung sind konfessionelle Wohlfahrtsträger, insbesondere in den westdeutschen Ländern. Dort beschäftigten im Jahr 2019 evangelische Träger rund 87.200 Personen und katholische Träger 109.000 Personen, was einem Anteil von 17% und 21% der Kita-Beschäftigten im Westen entspricht. Eine deutlich geringere Rolle spielen konfessionelle Träger in Ostdeutschland: mit etwa 14.100 Beschäftigten bei evangelischen und 2.700 Beschäftigten bei katholischen Trägern. Das entspricht jeweils 10% und 2% der Kita-Beschäftigten im Osten.

Unter den weiteren Kita-Trägern sind sonstige gemeinnützige Träger mit einem Anteil von 12,8% der Kita-Beschäftigten und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) mit einem Anteil von 9,8% am Gesamtpersonal am stärksten vertreten.

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Nur 1,5%

der 2016 befragten pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben an, dass ihre zuletzt besuchte Weiterbildung Möglichkeiten des E-Learnings einsetze.
Frühpädagogische Fachkräfte bilden sich öfter beruflich weiter als andere Berufsgruppen (39% gegenüber 19% Weiterbildungsbeteiligung laut Mikrozensus). Auch während die Kitas in der Corona-Krise für den Regelbetrieb geschlossen bleiben, nutzen viele Fachkräfte die freigewordene Zeit für Webinare und Online-Fortbildungen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, haben Initiativen wie das Haus der Kleinen Forscher und andere Weiterbildungsträger ihr Online-Angebot ausgebaut. Hierin liegt eine neue Entwicklung: Wie die WiFF-Fachkräftebefragung 2016 zeigt, fanden Fort- und Weiterbildung im Kita-Bereich bisher fast ausschließlich als Präsenzveranstaltungen statt.

An der Befragung, die 2016 im Rahmen der WiFF-Weiterbildungsstudie durchgeführt wurde, haben sich bundesweit 857 Leitungen und 728 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt.

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Bei 70,3%

der Kitas ist zwischen Einrichtungsleitung und Träger verbindlich geklärt, wer für Personalentwicklung zuständig ist. Dies zeigen Ergebnisse der WiFF-Kita-Befragung zur Personalentwicklung. Dabei sind mündliche (39%) Vereinbarungen häufiger als schriftliche (32%). In jeder fünften Einrichtung fehlt allerdings eine verbindliche Regelung und weitere 9% geben an, dass ihnen keine bekannt ist. Verbindliche Absprachen fehlen häufiger in Einrichtungen mit sehr kleinen Teams und kleinen Teams mit bis zu sieben pädagogisch Tätigen (41% und 39%) als in Einrichtungen mit mittleren Teams und großen Teams ab acht pädagogisch Tätigen (25% und 26%). Auch sind Einrichtungen kleiner Träger mit ausschließlich einer Kita häufiger betroffen (35%) als Einrichtungen großer Träger mit weiteren Kitas und sonstigen Einrichtungen innerhalb und/oder außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe (24%).

Transparente Zuständigkeiten im Aufgabenfeld Personalentwicklung stehen in einem positiven Zusammenhang mit dem Einsatz entsprechender Instrumente. Während beispielsweise in der Hälfte der Einrichtungen mit fehlender Aufgabenklärung kein Konzept für die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorliegt, betrifft dies nur 22% der Einrichtungen mit Klärung der Zuständigkeiten. Auch finden Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche in Einrichtungen mit verbindlichen Absprachen eher statt als in Einrichtungen ohne.

An der WiFF-Kita-Befragung zur Personalentwicklung haben sich 2018 insgesamt 1.431 Kindertageseinrichtungen aus ganz Deutschland beteiligt. 

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10,3 Jahre

sind Erwerbstätige in der Frühen Bildung durchschnittlich in ihrem Betrieb beschäftigt. Die Dauer der Beschäftigungsverhältnisse in der Frühen Bildung liegt damit knapp unter dem Gesamtdurchschnitt aller Berufe auf dem Arbeitsmarkt (11,3 Jahre). Dahingegen zeigen die „übrigen sozialen Berufe“ und die „Altenpflege“ mit durchschnittlich 8,2 und 7,4 Jahren vergleichsweise niedrige Betriebszugehörigkeiten. Anders sieht es wiederum bei den Lehrkräften in der Primarstufe aus: Sie arbeiten im Schnitt 13,3 Jahre an der selben Schule.

weitere Daten zu Bund und Ländern
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55%

der insgesamt 44.722 Kindertagespflegepersonen verfügten 2019 über eine Basisqualifikation in Form eines mindestens 160 Unterrichtseinheiten umfassenden Qualifizierungskurses. Davon haben 10% sogar einen Kurs im Umfang von mehr als 300 Stunden besucht. Der Zeitverlauf zeigt den starken Bedeutungszuwachs der Basisqualifikation für das Erwerbsegment der Kindertagespflege: 2006 hatten nur 5% der Tagespflegepersonen einen Qualifizierungskurs im Umfang von mindestens 160 Stunden absolviert. Stabil geblieben ist dagegen der hohe Sockelbestand an Tagespflegepersonen, die einen fachpädagogischen Berufsabschluss erworben haben (2006: 28%; 2019: 31%). Tagespflegepersonen ohne Grundqualifikation tauchen in der Statistik dagegen kaum mehr auf.

weitere Daten zu Bund und Ländern
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13%

der Erwerbstätigen in der Frühen Bildung hatten im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund. Damit liegt ihr Anteil deutlich unter dem des Gesamtarbeitsmarkts (20%). Eine Ursache könnte in der beruflichen Qualifikation liegen. Etwa 34% der Erwerbstätigen mit einem Migrationshintergrund konnten im Jahr 2016 keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Aufgrund des stark regulierten Zugangs in das Arbeitsfeld Frühe Bildung gibt es für Personen ohne beruflichen Abschluss­ nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten: Nur 12% der Erwerbstätigen mit und 5% der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund haben keinen Berufsabschluss. Auffällig hoch fällt der Anteil von Migranten und Migrantinnen mit akademischen Abschluss aus. Dieser liegt mit 21% fast drei Mal höher als bei den tätigen Personen ohne Migrationshintergrund.

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2.612

Personen haben 2018 ein Bachelor-Studium der Früh- bzw. Kindheitspädagogik abgeschlossen und damit so viele wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Zahl um rund 5% erhöht. Insgesamt haben in Deutschland seit der Einführung früh- bzw. kindheitspädagogischer Bachelor-Studiengänge im Jahr 2004 rund 18.000 Personen ein solches Studium absolviert. Im Arbeitsfeld der Frühen Bildung verzeichnete die Kinder- und Jugendhilfestatistik im Jahr 2018 rund 7.000 pädagogisch und leitend tätige Früh- bzw. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen. Das entspricht nur 1% der insgesamt rund 621.000 pädagogischen Fachkräfte im Feld. Zusammen mit den ebenfalls in Kindertageseinrichtungen tätigen Sozialpädagoginnen und -pädagogen, den Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie den an Hochschulen ausgebildeten Heilpädagoginnen und -pädagogen haben einschlägig akademisch ausgebildete Fachkräfte einen Anteil von 6%.

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